Am Sonntag steht Berlin ganz im Zeichen des Lauf-Sports: Tausende Menschen begeben sich dann beim alljährlichen Berlin-Marathon auf die Strecke, erobern die Hauptstadt im Laufschritt zu Fuß. Zahlreiche Straßen müssen gesperrt werden, am Ende werden die Sieger gekürt – alles wie immer. Doch aufgrund des Ukraine-Krieges gibt es in diesem Jahr eine winzige Änderung: Die Veranstalter verzichten auf den traditionellen Startschuss per Pistole.
Bürgermeister Kai Wegner gibt den Startschuss zum Berlin-Marathon nicht per Pistole
Insgesamt haben sich in diesem Jahr knapp 48.000 Läuferinnen und Läufern aus mehr als 150 Ländern für das 42,195 Kilometer lange Rennen angemeldet – ein echter Rekord. Bevor sie sich auf die Strecke begeben, darf Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Startsignal geben. In den vergangenen Jahren wurde das traditionell – wie schon beim allerersten Berlin-Marathon im Jahr 1974 – per Pistole gemacht.
Doch darauf wollen die Veranstalter in diesem Jahr verzichten. Grund ist der Ukraine-Krieg – die Pistole kommt deshalb nicht zum Einsatz, stattdessen wird Kai Wegner einen Buzzer drücken, um die Läufer in die Spur zu schicken. „Ich finde gut, dass der Veranstalter SCC auf einen Startschuss per Pistole verzichtet“, sagte Wegner im Vorfeld der Veranstaltung. „Ein Startzeichen per Buzzer ist in Zeiten, in denen Krieg in der Ukraine geführt wird, sehr viel angemessener.“
Berlins Ex-Regierende Franziska Giffey wurde mit Startschuss zur Lachnummer
Hinzu kommt: Im vergangenen Jahr gab noch Berlins Ex-Regierende Franziska Giffey (SPD) den Startschuss per Pistole – mit starrem Blick sah sie dabei in die Kamera, drückte erst nach einer gefühlten Ewigkeit den Abzug. Die ungewollt komischen Aufnahmen wurden im Netz verspottet, außerdem immer wieder in Satire- und Comedysendungen im Fernsehen gezeigt. Ob es mit dem Buzzer besser klappt? Das wird sich zeigen.
The Franziska-Giffey-Marathon meme is even better on video pic.twitter.com/tgyWGW1Pj4
— Hugo crypte (@Hugluuu) October 6, 2022
Es dürfte nicht die einzige Überraschung des Tages werden: Die Klimaschutz-Aktivisten der Letzten Generation haben am Marathon-Tag Proteste angekündigt. Man wolle den Lauf der fast 48.000 Teilnehmer „unterbrechen“, hieß es. „Vor der Klimakatastrophe können wir nicht davonrennen.“




