Drei Jahre nachdem Demonstranten aus der sogenannten Reichsbürger-Szene eine Treppe zum Reichstagsgebäude in Berlin stürmten, ist wieder eine ähnliche Kundgebung geplant. Angemeldet sind am Samstag ab 11 Uhr 300 Teilnehmer unter einem langen Titel, der mit den Stichwörtern „Freiheit und Volksherrschaft“ und „fehlende Friedensverträge“ bekannte Reichsbürgerthemen aufgreift. Um 14 Uhr gibt es zudem eine kleine Kundgebung eines bekannten Rechtsextremisten, die auf die Ereignisse am 29. August 2020 anspielt. Der Rechtsextreme Nikolai Nerling, der als „Volkslehrer“ auftrat, mobilisiert von 14 bis 17 Uhr zu einer Kundgebung ins Berliner Regierungsviertel.
Außerdem soll es von 11 bis 17 Uhr einen Autokorso durch das Regierungsviertel geben.
Parallel versammeln sich Gegendemonstranten zu einem „Protest gegen eine rechtsextreme Kundgebung im Regierungsviertel“ unter dem Motto „Öffentliche Fortbildung in Sachen Demokratie“. Dafür sind 80 Teilnehmer bei der Polizei angemeldet.
Demo gegen Corona-Gesetze lief aus dem Ruder
Am 29. August 2020 hatten Zehntausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Gesetze protestiert. Unter ihnen waren auch Rechtsextremisten, sogenannte Reichsbürger und Verschwörungsideologen. Am Reichstag durchbrachen einige Hundert Demonstranten, viele von ihnen aus der Reichsbürger-Szene, eine Absperrung der Polizei vor dem Besuchereingang des Reichstags und liefen grölend mit Fahnen die Treppe zum Reichstag hoch, wo nur wenige Polizisten standen. Das löste in der Politik heftige Debatten aus.


