Berlin ohne Clubs? Unvorstellbar! Gerade im Osten der Hauptstadt pulsiert das Nachtleben wie kaum an einem anderen Ort. Doch ein Teil der kultigen Clubszene wird bedroht: Die A100 soll bekanntermaßen über den Treptower Park hinaus erweitert werden. Sobald der Bau startet, müsste aber eine ganze Reihe Party-Etablissements nahe Berlin Ostkreuz und Treptower Park dichtmachen: Die Else, der Club Ost, die Renate, das Fips und der Club About Blank wären Geschichte. Das lassen sie sich natürlich nicht einfach so gefallen: Gemeinsam veranstalten die Ost-Diskotheken jetzt eine kreative Demo.

Protest-Rave gegen den Weiterbau der A100
Was kann eine Gruppe Club-Besitzer und DJs gegen einen Autobahnausbau tun? Na das, was sie am besten können: feiern! Die Renate und Co. veranstalten unter dem Motto „A100 wegbassen“ am 2. September einen Protest-Rave am Ostkreuz – und zwar im ganz großen Stil: 10.000 Teilnehmer wurden laut Polizei für die Demo angekündigt. An dem Samstag wird dann auch der Markgrafendamm zwischen Elsenbrücke und Ostkreuz von 14 bis 22 Uhr zur autofreien Zone.
„Wir rufen die Berliner Stadtgesellschaft auf, dieses zerstörerische Vorhaben nachhaltig und unwiderruflich zu beenden sowie den Bundesverkehrswegeplan und seine zahlreichen Straßenbauprojekte zu kippen“, betont das Club-Bündnis in seinem Aufruf. Hier wird auch noch mal klargemacht: Nicht nur Diskotheken wären betroffen, sondern auch Jugendzentren, eine Schule, grüne Freiräume – und sogar Wohnungen.
Greta Thunberg unterstützt „A100 wegbassen“
Auch die Umwelt-Bewegung Fridays for Future, die von Greta Thunberg initiiert worden ist, supportet den Kampf gegen den Ausbau der Stadtautobahn: „Für die über zwanzig Clubs und Kulturorte würde die Verlängerung der A100 das Aus bedeuten, über Jahrzehnte gewachsene kulturelle Freiräume, soziale Projekte und Kiezgemeinschaften würden zerstört“, mahnt die Klimaschutz-Gruppierung.
Natürlich spricht sich auch die Clubcommission – ein Zusammenschluss vieler Berliner Nachtclubs – leidenschaftlich für „A100 wegbassen“ aus: „Wir haben große Sorgen um die Zukunft der Clubkultur“, betont Sprecher Lutz Leichsenring. Er ist überzeugt: „Wären Museen, Theater oder Opern bedroht, wären wahrscheinlich schon längst Rettungspläne entwickelt oder bei so einem großen Infrastrukturprojekt ganz anders geplant worden.“


