Am Sonntagmorgen waren kurz vor dem Start des Marathons acht Menschen auf die Rennstrecke auf der Straße des 17. Juni gelangt. Sie verschütteten orange Farbe und hatten Banner der Gruppe Letzte Generation bei sich, erklärte die Polizei Berlin. Laut ihrem Bericht schritten Einsatzkräfte ein, bevor sich Aktivisten ankleben konnten.
Die Polizei stelle die Personalien fest, die Aktivisten seien zunächst in ihrer Freiheit beschränkt, sagte die Sprecherin. Es werde geprüft, inwieweit sie im Anschluss in Gewahrsam genommen werden können.
Nach dem Vorfall kurz vor dem Start des Berlin-Marathons hätten Einsatzkräfte noch weitere Aktionen verhindert, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagnachmittag. 31 Menschen in Zusammenhang mit der Letzten Generation wurden demnach vorläufig festgenommen. Ein Teil von ihnen sei nach einer Aufnahme der Personalien bereits wieder auf freiem Fuß. Ob die Polizei weitere Beschuldigte im Anschluss in Gewahrsam nimmt, war zunächst offen.

Weitere Störversuche entlang der Strecke
Die weiteren Störversuche sollen sich laut Polizei an verschiedenen Orten entlang der Strecke ereignet haben. Die Beschuldigten seien etwa bei vorbereitenden Handlungen beobachtet worden und Einsatzkräfte unmittelbar eingeschritten, sagte die Sprecherin.
„Wir tun das, weil wir in einer Notlage sind. In existenzieller Gefahr!“, schrieb die Letzte Generation auf der Plattform X, früher Twitter, zu der Aktion. „Übrigens: Uns tut es genauso leid, den Alltag eines Handwerkers zu unterbrechen wie den langersehnten Wettbewerb einer Läuferin.“
Die Gruppe forderte erneut, dass Deutschland ab 2030 auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas verzichtet. Die Bundesregierung peilt das Jahr 2045 für eine klimaneutrale Wirtschaft an.

Polizei ist beim Berlin-Marathon mit mehr als 1000 Beamten im Einsatz
Die Letzte Generation hatte zuvor angekündigt, den Marathon unterbrechen zu wollen. Mitglieder der Gruppe protestierten die gesamte Woche über mit Aktionen in Berlin. Die Polizei und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatten ein konsequentes Vorgehen angekündigt. Die Polizei hatte angekündigt, beim Marathon mit mehr als 1000 Kräften im Einsatz zu sein.
Nach der vereitelten Blockade des Marathons durch Klimaaktivisten der Letzten Generation hat die Polizei Wachsamkeit bis zum Ende des Wettkampfs angekündigt. „Weitere Störversuche durch die Aktivisten sind nicht auszuschließen“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagmittag. „Von daher sind und bleiben wir hier.“
Notizblock
Am Brandenburger Tor, kurz vor dem Start und Ziel des Berlin-Marathons, waren nach einer Aktion der Gruppe noch Farbreste zu sehen, deren Beseitigung länger als geplant dauert. Vor einer Woche besprühten Aktivisten das Brandenburger Tor mit oranger Farbe.
🦺🏃♀️ ES IST ZEIT ZU WENDEN!
— Letzte Generation (@AufstandLastGen) September 24, 2023
Warnfarbe auf der Strecke – wir müssen raus aus den Fossilen bis 2030 für eine Chance auf Überleben.
Wollt ihr uns beim nächsten Großevent wiedersehen oder wollt ihr uns endlich zuhören? Es geht auch um euch und um alle, die ihr liebt! pic.twitter.com/eTXFDbqtRY
Auf X (ehemals Twitter) kündigten die Aktivisten weitere Aktionen an. „Wollt ihr uns beim nächsten Großevent wiedersehen oder wollt ihr uns endlich zuhören?“ schrieben sie.
2000 Euro Ordnungsgeld drohen beim Verstoß gegen das Verbot spontaner Demos
Um schneller einschreiten zu können, hatte die Polizei vor zwei Wochen ein Verbot nicht angemeldeter Demonstrationen der Letzten Generation im Gebiet des Marathons. Es galt von Samstagvormittag bis Sonntag um Mitternacht. Zu möglichen nun fälligen Strafen sagte eine Polizeisprecherin: „Grundsätzlich müsste es so sein, dass alle, die gegen die Allgemeinverfügung verstoßen haben, ein Ordnungsgeld bekommen in Höhe von 2000 Euro.“ Das sei aber noch ein Verwaltungsakt.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und die Sport- und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dankten auf der Plattform X der Polizei für den störungsfreien Ablauf.
Für den größten deutschen Stadtlauf hatte sich dieses Jahr fast 48.000 Läuferinnen und Läufern aus 156 Ländern angemeldet. Ein neuer Rekord.



