Ich könnte heulen. Wirklich. Jedes Mal, wenn unsere Politiker vor Kameras treten, frage ich mich: Hat denen eigentlich niemand einen Spiegel geschenkt? Vor allem die Frauen sind eine modische Katastrophe. Blazer in Farben, die wie die Bürogardine aus Uromas Wohnzimmer aussehen, und Haarschnitte, für die der Friseur verklagt werden sollte. Muss das wirklich so sein?
Friedrich Merz muss nicht immer so spießig aussehen
Ich sehe mir gerne schöne Menschen an. Nicht nur wegen des Gesichts, sondern vor allem wegen der Klamotten. Stil kann inspirieren und Sympathie schaffen. Genau deshalb verstehe ich nicht, warum ausgerechnet unsere Spitzenpolitiker oft aussehen, als wäre Mode für sie eine lästige Pflicht. Meine Augen brennen, wenn ich mir die Kleidung mancher Politiker und ihrer Partner ansehe. Mein Vorschlag: ein Mode-Knigge fürs Kanzleramt. Wer im Gardinen-Look auftaucht, muss noch mal nach Hause.
An dieser Stelle möchte ich, bevor ich meinen Gedanken freien Lauf lasse, betonen: Ich beziehe mich hier lediglich auf die Klamotten sowie die Frisuren der Personen. Meine Beurteilung hat nichts mit der generellen natürlichen Optik zu tun.
Wir müssen ganz oben anfangen: Unser Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sollte besser beraten werden. Natürlich stehen Anzüge bei männlichen Politikern an der Tagesordnung, aber zwischen geschniegelt und geschniegelt gibt es eben noch ein paar Abstufungen. Ein Paradebeispiel ist Robert Habeck: Politisch kann man von ihm halten, was man will, optisch hat er mit seinen Rollkragenpullis und den etwas lässigeren Outfits oft bewiesen, dass ein Politiker nicht aussehen muss wie ein Sparkassenberater.

Friedrich Merz gibt Tausende Euro für sein Styling aus
Vor allem erschreckt mich, dass Friedrich Merz laut Business-Insider-Recherche in den ersten vier Monaten, seit er Bundeskanzler ist, über 12.500 Euro für Visagisten, Kosmetiker und Friseure ausgab – wohlgemerkt von unser aller Steuergeld. Und genau da hört mein Verständnis auf. Wenn schon mein Steuergeld in Puder und Haarspray fließt, dann möchte ich das Ergebnis wenigstens sehen. Bei der mageren Ausbeute auf dem Kopf frage ich mich sowieso, wie die Kosten so hoch sein können.
Auch unsere Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss ich rügen. Ihr Outfit auf den Bayreuther Festspielen war unmöglich. Der türkisfarbene Zweiteiler wirkt altbacken und erinnert eher an eine schwere Gardine als an einen festlichen Auftritt. Der Schnitt ist sehr kastig und nimmt der Silhouette jede Leichtigkeit. Der steife Stoff fällt schwer und lässt das Outfit unnötig wuchtig erscheinen, und die Kombination aus langem Rock und hochgeschlossenem Oberteil wirkt bieder und wenig modern. Was hat sich Angela Merkel bei der Zweiteiler-Auswahl nur gedacht?

Merkel gibt monatlich über 1000 Euro für Friseur- und Visagistenleistungen aus
Laut BILD fielen zwischen Juli 2024 und März 2026 fast 65.000 Euro für Merkels Friseur- und Visagistenleistungen an. Je nach Monat unterschieden sich die Kosten deutlich: Während im Juni 2025 1309 Euro abgerechnet wurden, erreichten sie im April 2025 mit 4724 Euro ihren Höchststand. Und auch das wurde von unserem Steuergeld bezahlt.
Ganz ehrlich, da fühle ich mich verarscht. Komplett. Ich bin fassungslos. Wer zur Hölle muss monatlich über 1000 Euro für Gesicht und Frisur ausgeben? Und das auch noch auf meine und Ihre Kosten, liebe Leser.

Wer mich modisch ebenfalls ratlos zurücklässt, ist Charlotte Merz. Vor einigen Tagen fanden die Bayreuther Festspiele statt. Sie trug ein Kleid der Marke Talbot Runhof für stolze 1498 Euro. Dass das fürchterlich billiardgrüne Paillettenkleid ihr aber nicht schmeichelt, hätte Charlotte Merz’ Gatte ihr durchaus sagen können.
Zumal ich auch überzeugt bin, dass sich für fast 1500 Euro sicherlich eine deutlich preiswertere und schönere Alternative gefunden hätte. Kommen wir aber nun zu ihrem Haarschnitt. Er sieht aus wie ein etwas zu lang geratener Topfschnitt, der weder ihrem Hals, noch ihrer Körperhaltung gut tut. Charlotte Merz ist 65 Jahre alt. Ein Langhaarschnitt würde sich nicht nur jünger erscheinen lassen, sondern kaschiert auch einen nicht ganz durchgedrückten Rücken.

Auch Franziska Giffey (SPD) erschüttert mich. Die ehemalige Regierende Bürgermeisterin von Berlin ist gerade einmal 48 Jahre alt. Sie ist noch in der Blüte ihrer Jahre und trotzdem sind ihre Outfits ein altmodischer Totalschaden. Frau Giffey kann definitiv etwas Figurbetontes sowie Lockeres tragen, stattdessen greift sie lieber zu bunten unförmigen Kartoffelsäcken. Und auch die immer hochgesteckten Haare tun ihr nicht gut. Es wirkt streng, verschlossen und spießig.
Sie ist die Nummer 1 in Sachen Mode
Die Liste ließe sich problemlos fortsetzen. Aber statt nur zu nörgeln, möchte ich auch eine Politikerin hervorheben, die Mode einfach verstanden hat.



