Pankow ist der Bezirk, der berlinweit den größten Anteil an Unterkünften für Geflüchtete bereitstellt. Wie überhaupt die Ostbezirke überdurchschnittlich viele Unterkünfte vorhalten (Pankow beherbergt laut LAF-Statistik 15,94 Prozent der Geflüchteten in Berlin, Marzahn-Hellersdorf 13,48 Prozent, Lichtenberg 12,57 Prozent und Treptow-Köpenick 8,41 Prozent.) In den Innenstadtbezirken werden erwartungsgemäß weniger Geflüchtete untergebracht (Mitte 4,85 Prozent, Friedrichshain-Kreuzberg 3,11 Prozent, Charlottenburg-Wilmersdorf 3,59 Prozent). Aber auch in den Westbezirken sind die Prozentzahlen bis auf Tempelhof-Schöneberg mit 12,76 Prozent einstellig: Reinickendorf 4,02 Prozent, Spandau 7,33 Prozent, Steglitz-Zehlendorf 8,43 Prozent, Neukölln 5,51 Prozent.
Pankow: Neue Unterkunft für Flüchtlinge in altem Baumarkt
Nun soll in Pankow, dem Bezirk, in dem die Stimmung wegen eines umstrittenen Neubaus im Schlosspark-Kiez eh schon kippt, und der bereits 16 Unterkünfte bereitstellt, eine weitere Unterkunft entstehen, berichtet die Morgenpost. Ausgerechnet ein alter, maroder Baumarkt zwischen Autobahnauffahrt und Neubaugebiet an der Idunastraße in Heinersdorf soll als Unterkunft ertüchtigt werden.
Die Not, ankommende Menschen in Berlin unterzubringen, ist groß. Nun müssen Senat und LAF (Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten) zu drastischen Mitteln greifen. Denn eigentlich war die seit langem leer stehende Liegenschaft schon von der Liste der geeigneten Gebäude aussortiert worden. Der Bezirk verneinte jüngst, dass die mit Graffiti beschmierten, hohen Hallen als Unterkunft infrage kommen.

Nun sollen mittelfristig bis zu 300 Bewohner einziehen, berichtet die Morgenpost. Bilder, auf denen Flüchtlinge in Turnhallen untergebracht werden, wie 2015 will man um jeden Preis vermeiden.
Man habe das Berliner Immobilienmanagement (BIM) mit der Umsetzung des Projekts beauftragt, berichtet ein LAF-Sprecher gegenüber der Morgenpost. Die meisten Detailfragen könne man noch nicht beantworten, weil sich das Vorhaben erst in der Planungsphase befinde. „Daher kann noch kein Zeitplan genannt werden“, heißt es.
Gleich nebenan errichtet die Gesobau ein neues Stadtquartier mit 14 Häusern und 424 Wohnungen, nebst zwei Seniorenwohnhäusern und – immerhin einer Kindertagesstätte. Die restliche soziale Infrastruktur ist überschaubar.



