Berlin und seine Geister-Baustellen: In Treptow-Köpenick nervt eine Straße seit fast einem Jahr die Anwohner. Genauer gesagt geht es um die Vereinsstraße im Ortsteil Johannisthal. Zwei Leser haben sich deshalb beim KURIER gemeldet.
Anwohner verärgert, die Baustelle vermüllt langsam
Einer schreibt: „Ein unhaltbarer Zustand, das Verständnis als Anwohner ist mittlerweile komplett erschöpft.“ Ein anderer ergänzt: „Die Baustelle vermüllt langsam.“
Der Fall ist knifflig, teuer – und dürfte die Bewohner noch einige Monate begleiten …
Was ist passiert? Der Bezirk spricht auf Anfrage von einem „Schaden an der Schmutzwasserleitung“ und verweist auf die Berliner Wasserbetriebe (BWB). Diese berichten von einer Versackung in der Vereinsstraße, direkt neben einem Einstiegsschacht zur Kanalisation. Festgestellt im Mai 2025. Es heißt: „Durch den Schaden tritt in den Kanal Grundwasser ein. Der Kanal stammt aus dem Jahr 1955 und ist ein Hauptsammler direkt vor dem Abwasserpumpwerk Johannisthal. Er liegt ca. 5,50 Meter tief und damit ca. 1,50 Meter unter dem Grundwasserspiegel.“

Daraufhin wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, ein Gutachten zu Schaden und Bauvorhaben zu erstellen. „Es sollen 30 Meter des Kanals plus zwei Schächte neu gebaut werden“, so die Wasserbetriebe.
Letztmals wurde Anfang März gearbeitet
Ein Anwohner berichtet, dass in diesem Jahr bislang nur an einem einzigen Tag in der Vereinsstraße gearbeitet wurde: am 5. März. Davor und danach seien keine weiteren Tätigkeiten zu beobachten gewesen.

Das Problem, so die Wasserbetriebe: „In diesem Jahr haben wir mit dem Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks zusammen Suchschachtungen nach Wurzeln der Straßenbäume vorgenommen. Die sollen möglichst erhalten werden, was aufgrund des sehr tiefen Baugrabens nicht so einfach ist, der seitlich mit Spundwänden und nach unten mit einer Hochdruckinjektion von Bentonit in den Boden gesichert werden muss.“





