Sie stehen überall herum und sind für viele Berliner ein echtes Ärgernis – nicht nur, weil sie überall im Weg herumstehen, sondern auch, weil die häufig jungen Fahrerinnen und Fahrer auf Verkehrsregeln pfeifen: E-Roller. Doch nun gibt es Zahlen, die allen Roller-Hassern besonders gut gefallen dürften: Falsch geparkte E-Roller haben im vergangenen Jahr ordentlich Geld ins Stadtsäckel gespült. 444.844,50 Euro Strafe wurden eingenommen. Spitzenreiter ist – natürlich auch aufgrund der besonders großen Belastung durch die Roller – Mitte.
E-Roller stellen die Stadt vor eine große Herausforderung
Wer war nicht schon einmal genervt, weil ein E-Roller im Weg herumstand? Weil ein Fahrer damit rücksichtslos und im besten Fall noch angeheitert durch die Fußgängerzone rauschte? Oder weil die Geräte achtlos weggeworfen im Gebüsch oder – noch schlimmer – in der Spree lagen? Die Roller-Flut, die in den vergangenen Jahren nach Berlin schwappte, hat die Stadt vor eine ordentliche Herausforderung gestellt.
Doch nun zeigt sich auch: Die Fahrzeuge spülten auch jede Menge Strafen in die Stadtkasse. 444.844,50 Euro waren es im Jahr 2025 insgesamt – das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Politikers Johannes Martin hervor. Die Summe wurde eingenommen durch Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des rechtswidrigen Abstellens von Elektrokleinstfahrzeugen, wie es im Fachjargon heißt.

Die Summen, die an die Bezirke gingen, fielen dabei aber sehr unterschiedlich aus. Am meisten Knete mit falsch geparkten Rollern hat Mitte gemacht – hier ist die Belastung durch die Fahrzeuge natürlich auch sehr groß. Insgesamt 400.382,50 Euro gingen an den Bezirk. Es folgen Friedrichshain-Kreuzberg mit 9.397 Euro und Pankow mit 8.270,50 Euro. In beiden Bezirken wurden zusätzlich noch Barverwarnungen kassiert - 1.080 Euro in Pankow, 5.559 Euro im Party-Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Reinickendorf verdiente nur 858 Euro mit Verstößen
Weiter geht’s im Bußgeld-Ranking mit Charlottenburg-Wilmersdorf (8.329,50 Euro), Tempelhof-Schöneberg (3.763 Euro) und Lichtenberg (3.401 Euro). Die anderen Bezirke rangieren im Bereich zwischen 1000 und 3000 Euro. Schlusslicht ist der Bezirk Reinickendorf. 858 Euro wurden hier mit falsch abgestellten E-Rollern eingenommen.
Deutlich zu erkennen ist an der Statistik: Bezirke, die weiter in der Innenstadt liegen und für die Anbieter der Roller attraktiv sind, sind auch anfällig für Abstell-Verstöße. Von dem kassierten Geld geht laut der Antwort auf des Staatssekretärs für Digitalisierung übrigens 50 Prozent an die Bezirke.

Bezirk Mitte hat E-Rollern den Kampf angesagt
Zu erkennen ist auch, dass die Anzahl der Ordnungswidrigkeitsanzeigen von 2024 auf 2025 massiv in die Höhe gegangen ist – von 9.995 im Jahr 2024 auf 35.026 im Jahr 2025. Auch hier sticht Mitte hervor: 7.782 Anzeigen wurden 2024 erfasst, im Jahr 2025 waren es 31.577. Der Bezirk hat den E-Rollern also den Kampf angesagt.



