49-Euro-Ticket

Der klare KURIER-Kommentar: Klimakrise egal, Energiepreise egal

Es wird darüber diskutiert, den Preis für das Deutschlandticket um zehn Euro zu erhöhen. Der falsche Weg, findet der KURIER-Kommentator

Author - Stefan Henseke
Teilen
Das Deutschlandticket könnte im kommenden Jahr zehn Euro teurer werden.
Das Deutschlandticket könnte im kommenden Jahr zehn Euro teurer werden.Sebastian Gollnow/dpa

Das Deutschlandticket wurde eingeführt, um die Bürger angesichts der hohen Energiepreise finanziell zu entlasten, einen Anreiz zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn zu setzen und somit dazu beizutragen, die Klimaziele zu erreichen.

Die Energie ist immer noch teuer, die Inflation hoch, Spritpreise steigen gerade wieder und nähern sich der so gar nicht magischen 2-Euro-Grenze. Auch das Klima ist immer noch gefährdet – und was passiert? Es wird über steigende Preise beim 49-Euro-Ticket diskutiert. Zehn Euro mehr könnten es schon im nächsten Jahr sein. Klima egal, Energiepreise egal.

Das Deutschlandticket: Beschwichtigung für inflationsgeplagte Bürger

Es scheint so, als ob dem Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) der Erfolg des Deutschlandtickets nicht ganz geheuer wäre. Bis zu elf Millionen Bürger fahren auf das Angebot ab. Elf Millionen, die weniger zahlen, sind natürlich weniger Einnahmen für die Verkehrsbetriebe, die ausgeglichen werden müssen. Nicht überraschend für alle Seiten.

Aber Wissing ziert sich, die Mindereinnahmen wie bisher auch im nächsten Jahr zu tragen. Da fragt man sich, ob im FDP-geführten Ministerium bei der Kostenprognose vor Einführung des Deutschlandtickets nicht richtig gerechnet wurde oder ob die 49 Euro vorn vornerein doch nur als kurzfristiges Lockangebot, als Beschwichtigung für allzu inflationsgeplagte Bürger gedacht waren. Erst 49 Euro, dann 59 Euro, dann 69 Euro auf der nach oben offenen Preisskala.

Aber für viele in Deutschland sind 10 Euro mehr viel zu viel. In Zeiten von Inflation und sinkenden Realeinkommen. Für die Arbeiterwohlfahrt sind selbst die 49 Euro „für Familien, Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit geringem oder keinem Einkommen zu teuer“. Man muss eher darüber nachdenken, wie man die Teilhabe gerade für die, die nicht viel haben, verbessern kann.