Auch Berliner betroffen?

Arzt (45) verhaftet, weil er Kinder missbraucht haben soll

Gegen den 45 Jahre alten Kinderarzt laufen Ermittlungen. Unklar ist bisher, an wie vielen Kindern er sich verging.

Author - Florian Thalmann
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 Ein Arzt untersucht in einem Krankenhaus einen kleinen Patienten (Symbolbild).
Ein Arzt untersucht in einem Krankenhaus einen kleinen Patienten (Symbolbild).Sebastian Gollnow/dpa

Wenn Eltern ihre Kinder zu einem Kinderarzt bringen, dann glauben sie, dass ihr Nachwuchs in Sicherheit ist – eine Meldung aus Rathenow in Brandenburg bringt diese Sicherheit nun aber ins Wanken. Hier steht ein Kinderarzt unter Verdacht, während seines Dienstes in einem Krankenhaus mehrere Kinder missbraucht zu haben. Die Ermittler halten sich bisher bedeckt – laut ersten Informationen soll die Mutter die laufende Untersuchung ins Rollen gebracht haben.

Missbrauchte ein Kinderarzt (45) mehrere Kinder?

Bei dem Mediziner handelt es sich laut Staatsanwaltschaft Potsdam um einen 45 Jahre alten Kinderarzt. Der schreckliche Verdacht: Er soll während seines Dienstes in einer Klinik in Rathenow in Brandenburg westlich von Berlin ein Kind sexuell missbraucht haben. Der Missbrauch soll sich bereits am 2. November 2025 ereignet haben – „in den Räumen des Klinikstandorts Rathenow“, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Und nicht nur das: Laut einer Mitteilung der Behörden gebe es Anzeichen, „dass er noch mehr Kinder missbraucht hat“. Laut Behörden hatte die Mutter des betroffenen Kindes Anzeige erstattet, danach sei es zu Durchsuchungen der Polizei gekommen. Die Ermittler hätten dabei Datenträger sichergestellt, die inzwischen ausgewertet worden seien. Das und weitere Beweismittel haben zu einem dringenden Tatverdacht gegen den betroffenen Kinderarzt geführt.

Erschüttert ein Missbrauchs-Skandal das idyllische Rathenow in Brandenburg?
Erschüttert ein Missbrauchs-Skandal das idyllische Rathenow in Brandenburg?imagebroker/imago

Die Festnahme erfolgte bereits am 24. November, einen Tag später wurde dann Haftbefehl erlassen. Der Grund: Man ging davon aus, dass sich die Taten wiederholen könnten. Unklar ist bisher, wie viele weitere Kinder betroffen sind. Dazu äußerte sich die Staatsanwaltschaft bisher nicht. Es hieß lediglich, dass die Auswertung der Datenträger Hinweise darauf gegeben habe, dass es weitere Opfer geben könnte.

Unklar ist auch, warum die Behörde erst mehr als einen Monat nach der Festnahme öffentlich davon berichtet. „Wir haben Ermittlungen durchgeführt. Nun schien ein geeigneter Zeitpunkt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage.

Das Krankenhaus in Rathenow gehört zu den Havelland-Kliniken. Die Behörden haben für Menschen, die sich eventuell mit Hinweisen bei der Polizei melden wollen, ein Hinweistelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0331 5508 2848 können sich Betroffene melden. Die Hotline soll täglich zwischen 7 Uhr und 20 Uhr besetzt sein.