Nach Gluthitze kracht es

Hitzegewitter rollen an: Der Donnerwetter-Fahrplan für Deutschland

Bis zu 41 Grad und Unwetter: Wetterdienst warnt auch in Berlin und Brandenburg vor Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Author - Stefan Doerr
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Zur Gluthitze wie im Backofen kommen jetzt auch heftige Gewitter hinzu.
Zur Gluthitze wie im Backofen kommen jetzt auch heftige Gewitter hinzu.Illustration: Berliner KURIER

Ganz Deutschland schwitzt am Wochenende bei Temperaturen um 40 Grad, in Berlin und Brandenburg könnten sogar 41 Grad möglich sein. Auf die Backofen-Gluthitze folgt jetzt heftiges Donnerwetter. Unwetter mit lokalem Starkregen, Hagel und Sturm sind möglich, die besonders im Osten des Landes für gefährliche Wetterlagen sorgen können, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Auch Berlin und Brandenburg stehen im Fokus. Und das bei Temperaturen von bis zu 41 Grad!

Hitzerekorde und Tropennächte

Laut DWD könnten damit sowohl in Berlin als auch in Brandenburg Temperaturrekorde geknackt werden. Berlin schaffte einen neuen Höchstwert schon am Samstagnachmittag! 39,9 Grad wurden in der DWD-Station in Tempelhof gemessen. Der bisherige absolute Rekord für Berlin lag noch bei 38,9 Grad, am 7. August 2015 gemessen in Berlin-Kaniswall im Bezirk Treptow-Köpenick. In Brandenburg wurden am Sonntag in Coschen mit 41,7 Grad die höchste Temperatur jemals in Deutschland gemessen. Der bisherige Rekord in Brandenburg lag bei 38,9 Grad am 19. Juni 2022 in Cottbus.

„Besonders belastend für die Menschen ist dabei die fehlende nächtliche Abkühlung, da erneut in vielen Landesteilen Tropennächte bevorstehen”, ergänzt der DWD. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war nach Berechnungen des Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde demnach im ostsächsischen Kubschütz aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad. „Die Hitze setzt sich auch am Sonntag fort und erst am Montag kommt es zu einer Entspannung mit Temperaturen unter 30 Grad.”

Im Innenhof des Berliner Ensembles (BE) sorgt ein installierter Wassernebel für Abkühlung.
Im Innenhof des Berliner Ensembles (BE) sorgt ein installierter Wassernebel für Abkühlung.Soeren Stache/dpa

Starkregen und kräftige Sturmböen drohen

„Die zweite Baustelle ist die nun auflebende Gewitter- und Unwettergefahr”, warnen die Meteorologen. Schon für den heutigen Samstag warnen sie vor vereinzelten Gewittern im Westen und Norden, die zu „unwetterartigen Entwicklungen” führen könnten.

Ab Samstagnachmittag und vor allem in der Nacht zum Sonntag erhöht sich die Unwettergefahr dann von Westen kommend deutlich auch im Osten Deutschlands, speziell in Berlin und Brandenburg. Es droht „das volle Programm von heftigem Starkregen, über schwere Sturmböen bis hin zu Hagel”, so die Wetterexperten. Möglich sind Regenmassen bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Sturmböen bis 100 Stundenkilometer, vereinzelt sogar orkanartige Böen um 110 Stundenkilometer sowie Hagel.

Und so sieht der genaue Donnerwetter-Fahrplan für Samstagabend und Sonntag aus:

Wetter am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag

Der Nordwesten und Norden: In der gesamten Nordwesthälfte (von Nordrhein-Westfalen über das Emsland bis nach Schleswig-Holstein) bilden sich ab dem Nachmittag und Abend teils schwere Gewitter. In der Nacht zieht die Gewitterzone weiter Richtung Küste. Hierbei besteht erhöhte Unwettergefahr mit schweren Sturmböen, lokal sogar Orkanböen.

Der Nordosten (Berlin/Brandenburg): Vor allem im Nordwesten Brandenburgs (Prignitz bis nördliche Oberhavel) entwickeln sich am Abend vereinzelte, aber heftige Hitzegewitter mit Unwetterpotenzial. In Berlin bleibt es am Abend meist noch trocken, das Risiko für gewittrige Schauer steigt erst am späten Abend gegen 23 Uhr bis in die Nacht.

Der Süden und Südosten: Vom Schwarzwald bis zu den Alpen sind vereinzelte Hitzegewitter möglich. Die meisten Regionen im Süden und Osten erleben jedoch eine trockene, extrem heiße Tropennacht.

Heftige Gewitter ziehen am Wochenende über Deutschland hinweg.
Heftige Gewitter ziehen am Wochenende über Deutschland hinweg.Jan Eifert/dpa

Mit der extremen Schwüle steigt dann am Sonntag das Unwetterrisiko nahezu landesweit massiv an.

Dann kracht es am Sonntag (Tagsüber und Abend)

Westen und Südwesten: Ausgehend von Nordrhein-Westfalen und den westlichen Bundesländern breiten sich am Nachmittag kräftige Regenfälle und schwere Gewitter aus, die den Luftmassenwechsel einleiten.

Osten und Südosten: Nach Spitzenwerten von bis zu 41 Grad bilden sich ab dem späteren Nachmittag und den Abendstunden auch hier schwere Gewitter. Für Berlin, Brandenburg und Sachsen besteht dann ein stark erhöhtes Risiko für lokal extreme Unwetter mit Hagel bis zu drei Zentimeter Durchmesser und heftigem Starkregen von über 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit.

Ein erstes Aufatmen ist dann erst am Montag möglich. Zum Wochenbeginn kommt zwar eine leichte Abkühlung an. Sommerlich bleibt es dennoch: Am Montag werden in Berlin und Brandenburg weiterhin Temperaturen von 27 bis 30 Grad mit Regenschauern erwartet, ehe die Werte im Laufe der Woche etwas nachgeben. Auch in der Nacht zum Dienstag regnet es gelegentlich bei mindestens 19 bis 14 Grad. Am Dienstag ist es wechselnd bewölkt und meistens trocken bei höchstens 26 bis 29 Grad.

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