Fast ein Jahr war der Betrieb der U-Bahn-Linie 2 am Alexanderplatz in Berlin stark beeinträchtigt. Das soll sich mit dem ersten Schultag nach den Sommerferien ändern. Grund für die Behinderungen war eine komplizierte Baustellen-Havarie auf dem Alexanderplatz. Sie hatte dazu geführt, dass die Tunnelröhren abgesackt waren.
Ab kommendem Montag (28. August) wird die U2 wieder nach Fahrplan und im gewohnten Takt am Alexanderplatz verkehren. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bestätigten das gegenüber dem RBB. Der U2-Verkehr am Alexanderplatz kann somit bereits ab 1.30 Uhr am Morgen des ersten Schultags nach den Berliner Sommerferien wieder seine normalen Fahrt aufnehmen.
Die Einschränkungen des U-Bahn-Betriebs auf der Linie 2 am Alexanderplatz hielten seit Oktober an, da die Tunnelröhren infolge der Bauarbeiten für ein darüberliegendes Hochhaus abgesackt waren. Die Firma Covivio war mit dem Bau dieses Hochhauses beauftragt. Ursprünglich war geplant gewesen, den abgesackten Bahnhof auf sein ursprüngliches Niveau anzuheben.
Baustelle führte zum U2-Kollaps
Im Juni jedoch verkündete der Vorstand der BVG, Rolf Erfurt, im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses, dass der Boden unter dem Tunnel mittels Zementinjektionen stabilisiert worden sei. Dies markiere die Erfüllung des zentralen Sanierungsziels. Die Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Hochhaus führten zu einem Absacken des hundert Jahre alten Bahnhofs um fast vier Zentimeter im Februar.

Im Februar einigte sich der französische Investor Covivio gemeinsam mit der BVG und der Technischen Aufsichtsbehörde mit dem Senat auf ein zweistufiges Sanierungskonzept. Die Kosten dieser Sanierungsmaßnahmen werden von Covivio getragen. Das Unternehmen hatte die Reparaturkosten in Höhe von etwa zehn Millionen Euro im Voraus beglichen. „Zum heutigen Stand hat das Land Berlin keinen finanziellen Schaden erlitten“, betonte BVG-Betriebsvorstand Erfurt im Juni.
U2 bald wieder ohne Pendelverkehr am Alexanderplatz
Zunächst wurden sogenannte Injektionslanzen in den Untergrund eingebracht, durch die Zement unter den Bahnhof eingespritzt wurde. Dadurch konnte der Boden stabilisiert und der Bahnhof um fünf Millimeter angehoben werden. Ursprünglich war geplant, durch eine zweite Injektion das Bauwerk auf seine ursprüngliche Position zurückzubringen, so der RBB. Allerdings wurde dieser Schritt ausgesetzt, um mögliche weitere Schäden an der Betonstruktur zu vermeiden.



