Wiedersehen macht Freude. Von daher könnte Union-Star Christian Gentner eigentlich jubeln, dass er mit dem 1. FC Union am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) in der Alten Försterei auf seinen Herzensklub VfB Stuttgart trifft. Es wäre das erste Mal seit seinem Abschied von den Schwaben nach der aus VfB-Sicht unglücklichen Relegation 2019. Doch ob Gentner wirklich auf dem Rasen auf den VfB trifft oder ihm nur von draußen zusehen darf, wollte Trainer Urs Fischer erwartungsgemäß nicht vorab verraten.
Schon in der Hinrunde verpasste „Le Gente“ den Auftritt im Schwabenland. Aufgrund einer Wadenverletzung war er in Stuttgart nur in Zivil im Einsatz. Auch jetzt sieht es eher danach aus, als ob er zunächst nicht mithelfen darf beim eisernen Kampf um Europa. „Für jeden Spieler, der gegen seinen Ex-Klub spielt, wo er eine lange Zeit aktiv war, ist das natürlich ein spezielles Spiel. In erster Linie aber geht es über Leistung. Das hat für mich Priorität“, so Urs Fischer.
Klingt eher nicht so, als ob der Mittelfeldroutinier beim Schweizer Fußballlehrer derzeit erste Wahl ist. Denn anders als in der Vorsaison ist der 35-Jährige nicht mehr zentraler Fixpunkt im Mittefeld der Eisernen. Dort haben Grischa Prömel und Robert Andrich derzeit die Nase vorn. Für Gentner sind im bisherigen Saisonverlauf gerade einmal acht Startelfeinsätze notiert. Und nur einer davon ging über 90 Minuten. Vorlagen oder Tore? Fehlanzeige! Zipperlein taten ihr übriges.
Gentner träumt von Europa
Dass daher die Gespräche über eine Vertragsverlängerung in den letzten Wochen keine Priorität genossen haben in Köpenick, erscheint nachvollziehbar. Gentner selber will unbedingt noch ein Jahr spielen, ehe er heim ins Ländle kehrt, um beim VfB in einer neuen Rolle einzusteigen. Dafür bereitet sich Gentner derzeit in einem vom DFB und der DFL angebotenen Management-Kurs vor.
