Unions Trainer Urs Fischer rang mit den Worten. Das eben Erlebte, er konnte es kaum fassen. Was für eine Dramatik. Was ein Ende. Fast geschlagen, der Traum vor Europa geplatzt. Und dann das furiose Finale mit dem Kopfballtor von Max Kruse in der dritten Minute der Nachspielzeit.
Das 2:1 (0:0) bescherte den Eisernen nicht nur die ersten Bundesliga-Ligapunkte ihrer Geschichte gegen RB Leipzig, sondern ermöglichte es ihnen auch noch, Mönchengladbach von Rang sieben zu verdrängen, den die Fohlen bei ihrem 4:2 in Bremen durch ihre Führung in Minute drei in der virtuellen Tabelle erobert hatten. Europa, Union kommt. Die Köpenicker sind im internationalen Geschäft dabei. Sensationell!
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Danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen. Denn auch die Sachsen dachten gar nicht daran, Union die Punkte zu schenken. Mit dem Führungstreffer von RB durch Kluivert (55.) schienen Union die Felle endgültig davon zu schwimmen. Selbst der Ausgleichstreffer von Marvin Friedrich, in schönster Angreifermanier erzielt (67.), hatte am Gesamtbild ja nichts geändert. Union musste siegen. Sonst wäre aus die Maus mit Europa.

Foto: Contrast/Oliver Bherendt
Dann kam die Schlussphase, die an Dramatik kaum zu überbieten war. Leipzig scheiterte am Pfosten oder am überragend aufgelegten Union-Torwart Andreas Luthe. Und mit dem letzten Angriff war es eben Kruse, das bekennende Nicht-Kopfballungeheuer, der zum 2:1 einköpfte. Der blanke Wahnsinn.
Fand auch Urs Fischer: „Dass es am Schluss so aufgeht, ist wirklich ein Drehbuch für Hollywood. Ein Thriller. Wir sind zurückgekommen im Spiel, nachdem wir nicht zwingend in Rückstand geraten sind. Dann kommst du zurück und brauchst doch den Torwart, um im Spiel zu bleiben. Andy hat gefühlt acht Arme gehabt. Mit letztem Angriff erzielst du dann doch die Entscheidung. Das ist eine Achterbahn der Gefühle. Ich brauche auch noch einen Moment, um das zu verarbeiten. Wenn man so einen Erfolg ohne Fans hätte feiern müssen, wäre es schade gewesen. Das ist heute einfach ein tolles Gefühl“
Kruse macht Europa klar! Ausgerechnet Kruse. Also der Mann, der vor wenigen Wochen noch lauthals krakelt hatte, er hätte keinen Bock auf die Conference League. Nun hat er sie sich selbst beschert. „Gut, dass Sie mich daran erinnern. Ich habe ihn nach dem Schlusspfiff noch nicht gesehen. Da kann ich ihm das gleich aufs Butterbrot schmieren“, scherzte Fischer und verwies im selben Atemzug drauf, dass der Siegtorschütze sich dennoch unbändig gefreut hatte. „Den mussten wir ja mit dem Lasso einfangen“, scherzte der Schweizer.
