Tick, tick, tick – der Countdown läuft. Am Dienstag startet der 1. FC Union vom BER aus in das größte Fußball-Abenteuer seiner Vereinsgeschichte. Köpenick ist dabei im Konzert der ganz Großen in Europa. Und hätte sich den Start in die Champions League nicht schöner ausmalen können, als es dann das Los herbeiführte: Los geht es am Mittwoch (18.45 Uhr) bei Real Madrid! Mehr geht nicht.
Egal, dass sich die Königlichen schon 14-mal (Cup der Landesmeister und Champions League) Europas Krone aufgesetzt haben und die Eisernen als größten internationalen Erfolg die Teilnahme am Achtelfinale der Europa League in der Vita haben.
Wurscht ist auch, dass Union mit zuletzt zwei Pleiten (0:3 gegen Leipzig, 1:2 in Wolfsburg) in Spaniens Hauptstadt aufschlägt und Real mit dem 2:1 am späten Sonntagabend gegen San Sebastian auch das fünfte Spiel in La Liga gewann.
Schnuppe ist erst recht, dass die Wettanbieter den Jungs von Trainer Urs Fischer (57) kaum was zutrauen. Bei einem Sieg gibt es beim Einsatz von zehn Euro 82,50 Euro ausgezahlt. Bei Real sind es nur 13,70 Euro.
Ballack: „Da ist unheimlich viel Ruhe im Verein“
Was wirklich zählt: Der 1.FC Union hat sich die Champions League mit harter Arbeit und mitunter auch richtig schönem Fußball selbst verdient. Jetzt heißt es genießen, sich gut verkaufen, lernen.
Sieht auch Michael Ballack (46) so. Der Ex-DFB-Kapitän (98 Länderspiele, 42 Tore) sagt es so: „Für Union gilt, auf diesem Level erst einmal alles mitzunehmen und aufzusaugen, um als Klub den nächsten Schritt zu machen.“
Von dem ist der Anführer der Vizeweltmeister-Mannschaft von 2002 eh schon begeistert: „Da ist unheimlich viel Ruhe im Verein, werden viele Dinge richtig gemacht. Die Champions League ist die verdiente Belohnung.“ Dass die Königsklasse für die Köpenicker ein einmaliges Ding ist, darauf will sich Ballack nicht festnageln lassen.
Beim Olympiastadion blutet Ballack das Herz
Der gebürtige Görlitzer nutzt lieber den Wechsel von Europameister Leonardo Bonucci (36) von Turin an die Wuhle, für das nächste Kompliment: „Daran sieht man, dass bei Union Leute am Werk sind, die begeistern können.“

Nur eine Sache schmerzt Ballack, auch wenn er wirtschaftliche Zwänge durchaus akzeptiert: der Umzug für die drei Heimspiele in der Königsklasse ins Olympiastadion. Ballack: „Da blutet mit als Fußballer das Herz.“



