Ja, doch. Ein bisschen laut werden musste er dann doch. „Manchmal muss man eben auch einen Impuls von außen setzen“, meinte Unions Trainer Urs Fischer mit einem Lächeln. Sein Einwirken beim Test gegen Hannover wirkte. Die Eisernen zogen die Zügel an und kamen am Ende nach Toren von Gogia (26.), Marius Bülter (69.) und Cedric Teuchert (72. & 75.) zu einem standesgemäßen 4:1 (1:0)-Erfolg gegen Zweitligist Hannover 96.
Nach einer letzten Einheit am Freitagvormittag schickte der Schweizer Fußballlehrer Max Kruse, Loris Karius & Co. in ein „verlängertes Wochenende“. Erst am Dienstag wird wieder in Köpenick trainiert. Freizeit, die ruhigen Gewissens erteilt werden konnte, weil Fischer gesehen hat, dass auch der zweite Anzug sitzt.
„Die erste Halbzeit empfand ich als gut. Vor allem die ersten 20, 25 Minuten waren wir wirklich sehr gut im Spiel, wurden immer wieder gefährlich, waren aber nicht so effizient. Und die erste Viertelstunde nach der Halbzeit war nicht gut“, meinte Fischer zu seinem lautstarken Einwirken. „Nachher hat man gesehen, wenn die Mannschaft sich zutraut nach vorne zu spielen, dass sie eben dann auch eine gewisse Gefahrgeschwindigkeit entwickeln und sich belohnen kann“, meinte der 54-Jährige.
Cedric Teuchert zeigt seine Qualitäten
Der Testkick, oftmals bei Profis in den Länderspielpausen nicht zwingend als Lustgewinn bringend empfunden, hatte seinen Zweck erfüllt. Er zeigte, dass Union in der Breite eine wesentlich höhere Stabilität und Flexibilität als im Vorjahr zu haben scheint. Spieler wie Keita Endo und Akaki Gogia sammelten nach ihren Verletzungen dringend benötigte Wettkampfmomente, Max Kruse bekam Minuten auf die Uhr, die ihm dabei helfen sollten, seine maximale Fitness zu erreichen. Die anderen, die zuletzt im zweiten Glied gestanden hatten, gewannen auch an Matchpraxis hinzu. Das ist etwas, was man sich durch Training gemeinhin nicht holen kann.
