Die Liga hat Priorität. Sicherlich. Und doch will Unions Trainer Urs Fischer beim Erstrunden-Pokalfight in Karlsruhe nicht den Kürzeren ziehen. Denn ein guter Start ins Pflichtspieljahr kann Kräfte freisetzen. „Jeder Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen“, weiß der alte Fahrensmann.
In der Tat brächte ein Erfolg im Ländle sicherlich Schwung für den Bundesliga-Auftakt in der kommenden Woche gegen Augsburg. Fischers Hauptaugenmerk gilt nun mal der Liga. Auch wenn ihn die ewigen Fragen nach einer spielerischen Weiterentwicklung seines Teams leicht nerven. „Vor lauter Entwicklung: vergiss dein Tagesgeschäft nicht. Das bedeutet für mich: Klassenerhalt, so viele Punkte wie möglich zu holen. Vor lauter Entwicklung darf man nicht vergessen, was man täglich machen sollte“, so das Credo des Schweizer Fußballlehrers.
Was alles nicht heißt, dass er den Pokal als Nebensache abtut. „Das ist ein Wettbewerb“, hatte er immer und immer wieder in der Vorsaison zu verstehen gegeben, dass er keinesfalls den Klassenerhalt gegen ein frühes Aus im Cup eintauschen würde.
Fischers Qual der Wahl: Dreier- oder Viererkette?
Folglich grübelt er seit einigen Tagen, wie den Badenern am besten beizukommen ist. „Es ist ja das erste Pflichtspiel, man weiß nie genau, wo man steht“, meinte Fischer trotz einer in weiten Teilen ordentlichen Vorbereitung.
Ein Geheimnis macht er gewohnheitsgemäß draus, in welcher Grundformation er die „schwierige Aufgabe“ angehen will. Seit dem Trainingsauftakt Ende Juli wechselte er munter zwischen Vierer- und Dreierkette hin und her. Um von Beginn an Ballett zu machen, spräche einiges dafür, dass Union hinten mit Friedrich, Knoche und Schlotterbeck agiert und Trimmel und Gießelmann als Flügelzange aufs Feld geschickt werden.
