Wer ein Vierteljahrhundert hauptberuflich als Sportreporter durch die Lande reist, hat schon viel erlebt, einige Stadien und Arenen gesehen. Das FNB-Stadion in Johannesburg mit seinen 2010 beim WM-Endspiel nahezu 85.000 Besuchern. Oder andere ruhmreiche Stätten wie das Mailänder San Siro oder das kultverdächtige Wembley Stadion, in dem ich 2013 das Vergnügen hatte, dem deutschen Finale in der Champions League zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund beizuwohnen. Ohne mich als Groundhopper zu sehen, kamen da in 25 Jahren als Fußball-Reporter einige Stadien zusammen. Gefühlt war ich in Deutschland schon überall. Und doch gibt es natürlich weiße Flecken in meiner Bundesligalandkarte. Als Union am 27. Mail den Aufstieg feierte, hatte auch für mich die Zeit begonnen, diese Lücken in meiner Stadionbiographie zu füllen. Dachte ich jedenfalls.
Mit der Opel-Arena zu Mainz– dort kannte ich bislang nur den Bruchweg – ging es ja gut los in der Hinrunde. Fehlten noch Gladbach – da kannte ich bislang nur den legendären Bökelberg, nicht aber den Borussia-Park – und Sins- bzw. Hoffenheim. Ich war also auf einem guten Weg, die Flecken auf meiner persönlichen Landkarte zu tilgen. Doch dann kam Corona …
Eiserne könnten sogar direkt absteigen
Ob sich nun aber in den kommenden zwölf Monaten eine Gelegenheit ergibt, dass irgendwie nachzuholen, ist seit Pfingstsonntag nicht wahrscheinlicher geworden. Durch das 1:4 gegen die Fohlenelf steckt der 1.FC Union tiefer im Abstiegskampf denn je. Nur noch vier Zähler Vorsprung haben die Eisernen auf den Relegationsplatz. Sollte Bremen am Mittwoch sein Nachholspiel gegen die Frankfurter Eintracht ziehen, würde der auf drei Punkte schrumpfen. Sogar der direkte Abstieg kann dann nicht mehr ausgeschlossen werden.
