Trainerknall

1. FC Union: Auftakt-Klatsche gegen Schweden hat für Rani Khedira Konsequenzen

Erst die Pleite gegen Schweden, jetzt das Trainer-Beben: Khedira und Tunesien stehen vor einem Neustart.

Author - Christian Kattner
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Muss nach nur einem WM-Spiel mit Tunesien gehen: Trainer Sabri Lamouchi
Muss nach nur einem WM-Spiel mit Tunesien gehen: Trainer Sabri LamouchiLi Muzi/Imago

Die Bilder aus Monterrey waren bitter für Rani Khedira. Sein erstes WM-Spiel hatte sich der Mittelfeldspieler des 1. FC Union Berlin sicherlich ganz anders vorgestellt. Doch als wäre die 1:5-Niederlage gegen Schweden nicht schon genug der Schmach, kommt es jetzt noch dicker: Trainer Sabri Lamouchi ist seinen Job los.

Ernüchternde Bilanz unter Lamouchi

Der tunesische Fußballverband (FTF) zog nach dem Debakel die Reißleine. Der Franzose, der die Nationalmannschaft erst Mitte Januar übernommen hatte, muss bereits wieder gehen. Seine kurze Amtszeit endete mit einer ernüchternden Bilanz: fünf Spiele, vier Niederlagen. Der einzige Erfolg unter Lamouchi gelang beim 3:0 gegen Haiti.

Für Khedira und seine Mitspieler bedeutet das jetzt einen Neustart mitten im Turnier. Viel Zeit bleibt dem neuen Trainer allerdings nicht. Tunesien steht nach der Auftaktpleite bereits mächtig unter Druck.

Hervé Renard stand zuletzt als Trainer der französischen Frauennationalmannschaft an der Seitenlinie.
Hervé Renard stand zuletzt als Trainer der französischen Frauennationalmannschaft an der Seitenlinie.Stéphane Guiochon/Imago

Neuer Mann an der Seitenlinie wird Hervé Renard. Der Franzose übernimmt die Mannschaft bis zum Ende der Weltmeisterschaft 2026 und soll sofort für neue Energie sorgen. Bereits am Dienstag in Monterrey will der 57-Jährige, der zuletzt die französische Frauennationalmannschaft betreute, seine erste Trainingseinheit leiten.

Seine erste große Aufgabe wartet direkt: Am Sonntag (6 Uhr/MagentaTV) geht es gegen Japan. Eine weitere Niederlage könnte das WM-Aus für Tunesien praktisch besiegeln. Zum Abschluss wartet mit den Niederlanden noch ein weiterer schwerer Gegner.

Für den 1. FC Union Berlin ist die Entwicklung ebenfalls von Bedeutung. Die Köpenicker haben diesmal mit Khedira nur einen Spieler bei der Weltmeisterschaft vertreten. Jeder weitere Turniertag ihres Mittelfeldmannes spült Geld in die Kasse der Eisernen.

Die Fifa zahlt für die Abstellung der Spieler täglich eine Entschädigung. Sicher sind Union dadurch bereits Einnahmen von rund 236.500 Euro. Sollte Tunesien weiterkommen und Khedira länger im Turnier bleiben, würde die Summe weiter steigen.

Renard hat schon mit Saudi-Arabien überrascht

Doch sportlich hat die Lage einen herben Dämpfer bekommen. Nach dem 1:5 gegen Schweden ist der Weg in die K.o.-Runde deutlich schwieriger geworden.

Immerhin: Mit Renard kommt ein Trainer, der weiß, wie Überraschungen bei einer Weltmeisterschaft funktionieren. Bei der WM 2022 führte er Saudi-Arabien zu einem historischen 2:1-Sieg gegen Argentinien um Superstar Lionel Messi.

Damals sorgte sein Team für eine der größten Sensationen des Turniers. Jetzt soll Renard das nächste Wunder schaffen – und auch Rani Khediras WM-Traum retten.