Es war einer der artistischen Momente, die im Fußball nicht so häufig vorkommen. Wie ein gelernter Mittelstürmer stand da auf einmal Nico Schlotterbeck in Karlsruhes Strafraum. Eine Flanke von Nico Gießelmann nahm die Freiburger Leihgabe per Seitfallzieher und versenkte sie unhaltbar für Marius Gersbeck im langen Eck zum Tor des Tages beim 1:0-Erstrundenerfolg beim KSC.
Ende gut, alles gut. Ein Schwabe versenkt die Badener. Und Duplizität der Ereignisse. Im Vorjahr hatte Nicos mittlerweile zum SC Freiburg zurückgekehrter Bruder Keven Schlotterbeck beim 6:0 im Pokal in Halberstadt das erste Saisontor für die Köpenicker geschossen. „Hat er alles von mir gelernt“, witzelte der große, zwei Zentimeter kleinere Keven Schlotterbeck bei Instagram über das Debüt-Tor seines Bruders im Dress der Eisernen.
Diesmal war der Treffer noch wertvoller als vor Jahresfrist. Weil er der Siegtreffer war und nicht einer von vielen. Und für Nico natürlich ein Einstand nach Maß. Die Fußstapfen, die sein Atze in der Hauptstadt hinterlassen hat, sind schon beachtlich. Es gehört Mut dazu, sich hier der Aufgabe zu stellen, denn die Erwartungen von Außen sind ja da. So aber tritt Nico gleich zum Saisonstart aus dem Schatten von Keven heraus. Klein-Schlotti wird gleich zum Großen! Und das, obwohl er in den letzten Tagen wegen der Länderspielreise mit der U21-Nationalmannschaft eigentlich kaum mit den neuen Kollegen geübt hatte.
