Vor gut sieben Monaten war Kevin Behrens am Tiefpunkt. Der frühere Stürmer des 1. FC Union Berlin rastete in einem Testspiel des FC Lugano gegen Viktoria Pilsen völlig aus, ging auf seinen Mitspieler Georgios Koutsias los und beleidigte den Griechen lautstark. „Du kleine Missgeburt, sei leise!“, war in einem Video zu hören, das sich damals rasend schnell verbreitete.
Kevin Behrens schießt Lugano eine Runde weiter
Jetzt hat der 34-Jährige wieder aus den richtigen Gründen für Schlagzeilen gesorgt. Beim 5:1 des FC Lugano gegen den kosovarischen Vertreter KF Dukagjini in der zweiten Qualifikationsrunde der Conference League war Behrens am Mittwoch der Mann des Abends. Der Ex-Unioner erzielte gleich drei Tore und schoss die Schweizer fast im Alleingang in die nächste Runde.
Schon im Hinspiel hatte Behrens den Unterschied gemacht und den einzigen Treffer des 1:0-Erfolgs vorbereitet. Im Rückspiel legte der einmalige deutsche Nationalspieler dann nach.
Bereits nach sechs Minuten brachte Kevin Behrens den FC Lugano nach einem Traumpass von Uran Bislimi in Führung. Zwar verkürzte Dukagjini wenig später, doch Behrens stellte noch vor der Pause den alten Abstand wieder her. Nach dem Seitenwechsel machte der Angreifer mit seinem dritten Treffer den Hattrick perfekt und den 5:1-Erfolg endgültig klar.
Mit drei Toren und einer Vorlage in zwei Spielen war der ehemalige Union-Stürmer damit der entscheidende Mann auf dem Weg in die dritte Qualifikationsrunde der Conference League.
Sportlich läuft es für Behrens in der Schweiz ohnehin deutlich besser als zuvor beim VfL Wolfsburg. Nach seinem Abschied aus Köpenick im Winter 2024 kam der Angreifer bei den Niedersachsen nie richtig an und erzielte in 32 Pflichtspielen lediglich zwei Tore. Für deutlich mehr Aufsehen sorgte damals allerdings eine andere Geschichte.
Im Herbst 2024 hatte sich Behrens geweigert, ein Trikot mit Regenbogenfarben zu unterschreiben. „So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht“, hatte er damals gesagt und schoss sich damit beim VfL ins Abseits.

