Der 1. FC Union Berlin geht ins Risiko – und das ausgerechnet kurz vor dem Ziel. Der Rauswurf von Steffen Baumgart und die Beförderung von Marie-Louise Eta bringen neue Energie, aber auch neue Probleme. Manager Horst Heldt muss mehrere Szenarien gleichzeitig managen. Denn egal, wie es ausgeht: Einfach wird es für Union nicht mehr.
Fünf Spiele entscheiden bei Union Berlin die Zukunft
Der Schritt kam spät. Vielleicht zu spät. Der 1. FC Union Berlin trennt sich wenige Spieltage vor Saisonende von Steffen Baumgart – obwohl der Klassenerhalt greifbar ist. Statt Ruhe herrscht plötzlich Bewegung. Statt Sicherheit ein Experiment. Und mittendrin: Marie-Louise Eta.
Die 34-Jährige übernimmt – aus der U19 direkt in den Abstiegskampf der Bundesliga. Fünf Spiele bleiben. Fünf Spiele, um das zu retten, was eigentlich längst auf Kurs war: den siebten Klassenerhalt in Folge. Eine klare Mission. Aber auch ein riskanter Plan.
Union-Manager Horst Heldt plant für drei Szenarien
Denn Union hat sich in eine Lage manövriert, die nur auf den ersten Blick einfach wirkt. Liefert Eta – wird es kompliziert. Scheitert sie – wird es brisant.

Horst Heldt weiß das. Und er sagt es auch zwischen den Zeilen. „Ich will gar nichts zu diesem Zeitpunkt ausschließen“, erklärt der Manager. Ein Satz, der alles offenlässt. Auch eine dauerhafte Lösung mit Eta. Gleichzeitig betont Heldt: „Der Fokus liegt erst mal voll auf Wolfsburg.“ Doch er ergänzt sofort: „Dennoch gilt es, sich auf alles vorzubereiten. Auch mit externen Kandidaten.“
Heißt: Union plant doppelt. Oder dreifach.
Selbst Erfolg wird für Union Berlin zum Problem
Gewinnt Eta gegen Wolfsburg, stabilisiert sie die Mannschaft und sammelt weitere Punkte, wird es schwer, sie im Sommer wieder zurück in den Frauenbereich zu schicken. Dort ist sie eigentlich als neue Cheftrainerin eingeplant. Ein Rückzieher wäre kaum vermittelbar. Allerdings muss Union dann einen neuen Coach für die Frauen finden.

Verliert sie gegen Wolfsburg dagegen – droht der nächste Schritt. Der Griff nach einem Feuerwehrmann für die letzten Spiele. Ein Szenario, das Union unbedingt vermeiden will, das aber im Hintergrund mitschwingt.
Niederlagen könnten bei Union Berlin alles kippen
Und dann gibt es noch Plan drei: eine neue Lösung für den Sommer. Auch daran arbeitet Heldt bereits. Namen kursieren. Einer davon laut Sky: Christian Eichner, Trainer des Zweitligisten Karlsruher SC.
Für Heldt wird die Situation zum Drahtseilakt. Er muss Ergebnisse liefern – sofort. Und gleichzeitig die Zukunft planen. Nach knapp zwei Jahren im Amt und zwei Trainerentlassungen wächst der Druck. Auch auf ihn.
Wolfsburg wird erster Härtetest für Marie-Louise Eta
Klar ist: Eta ist kein eiserner Notnagel. Sie ist bestens ausgebildet, intern geschätzt, nah an der Mannschaft. Aber sie ist auch ein Risiko. Bundesliga, Männerfußball, öffentlicher Druck – alles eine andere Dimension.





