Eigentlich möchte man in Köpenick dieser Tage nur ausgelassen jubeln. Doch was ist schon normal in Coronazeiten, in denen die Stadien verwaist sind und man jedes Wort hört. Auch solche, die auf dem Platz nichts zu suchen haben.
Dass es zu Worten unter der Gürtellinie gekommen sein muss beim Spiel des 1. FC Union gegen Leverkusen, ist unstrittig. Nur was genau vorgefallen war zwischen Florian Hübner und Nadiem Amiri, ist ungewiss. Auch Nicht-Mal-Ohrenzeuge Jonathan Tah hat ja das Streitgespräch nur aus zweiter Hand mitbekommen. Die Delinquenten schweigen. Bekannt ist nur, dass der deutsche Nationalspieler die Entschuldigung des Union-Profis angenommen hat.
Nadiem #Amiri hat die Entschuldigung des Union-Spielers angenommen.
— Bayer 04 Leverkusen (@bayer04fussball) January 16, 2021
🗯 "Er ist zu mir in die Kabine gekommen. Es sind aus den Emotionen heraus unschöne Worte gefallen, die ihm sehr leid tun. Er hat mir das glaubwürdig versichert, deswegen ist die Sache für mich erledigt." pic.twitter.com/YZazEU0KkM
Eine Anklage, die auf Hörensagen beruht, bewegt sich auf dünnem Eis. Diskussionswürdig wäre vielleicht auch, ob „Scheiß Afghane“ rassistisch ist oder eine arg unschöne Beleidigung. Wo ist die Grenze im leider branchenüblichen Trashtalk?
DFB ermittelt
Licht ins Dunkel könnte wohl nur der DFB bringen. Der Kontrollausschuss forderte eine Stellungnahme an.
