In der Einreise-Affäre um Grand-Slam-Rekordgewinner Novak Djokovic bahnt sich möglicherweise eine Wende an. Die Anwälte des Weltranglistenersten erklärten am Samstag in einer gerichtlichen Anhörung, ihr Mandant sei im Dezember mit dem Coronavirus infiziert gewesen.
Der positive PCR-Test datiere vom 16. Dezember, das sei die Grundlage für die medizinische Ausnahmegenehmigung. Djokovics erste Corona-Infektion liegt bereits eineinhalb Jahre zurück. Der Serbe infizierte sich bereits im Juni 2020.
Zuvor war der australische Tennisverband beschuldigt worden, die Profis fehlerhaft informiert zu haben. Die Tageszeitung „Australian“ berichtet, der Verband habe falsche Angaben über die Einreisebestimmungen an die Vereinigung der Tennis-Profis (ATP) übermittelt. Demnach hätte der Beweis ausgereicht, dass ein Spieler in den vergangenen sechs Monaten Corona gehabt habe.
Der Verband wiederum weist das indirekt zurück. In einem internen Video, das der Zeitung Sunday „Herald Sun“ zugespielt wurde, rühmte der Chef von Tennis Australia, Craig Tiley, die „unglaubliche Arbeit“ seines Teams bei der Behandlung der Angelegenheit.
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Tiley erklärte er, die Organisation habe sich entschieden, das Thema wegen Djokovics Klage nicht öffentlich anzusprechen. Er beharrt aber darauf, dass sein Team alles getan habe, „was es tun konnte, gemäß den Anweisungen, die es erhalten hat.“

Hat der Verband Spieler in die Irre geführt?
Der 34-jährige Serbe Djokovic, ein Impfskeptiker, hatte vor seinem Abflug nach Melbourne in den Sozialen Medien damit geprahlt, dass ihm eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden sei, was nach allgemeiner Auffassung darauf zurückzuführen ist, dass er kürzlich mit dem Virus infiziert wurde.
Djokovic steckt weiter in Quarantäne-Hotel fest
Djokovic steckt seit seiner Landung am Mittwoch aber in einem Quarantäne-Hotel fest, die australischen Behörden verweigern ihm wegen offenbar fehlerhafter Dokumente die Einreise. Am Samstag forderte er über seine Anwälte die Entlassung aus dem Komplex. Djokovic will bei den Australian Open (ab 17. Januar) zu seiner Titelverteidigung antreten, am Montag soll ein Gericht den Fall entscheiden.

Doppelspezialistin Renata Voracova, die das gleiche Schicksal wie der Superstar teilt, richtete über die Bedingungen im Park Hotel in Melbourne gegenüber tschechischen Medien aus: „Sie bringen mir Essen und es gibt eine Wache auf dem Flur. Man muss sich melden, alles ist rationiert. Ich fühle mich ein bisschen wie im Gefängnis.“




