Ende gut, alles gut. Borussia Dortmund ist drauf und dran, seine bisherige Achterbahn-Saison fulminant zu retten. Der erste ganz wichtige Schritt dazu ist mit dem fünften Erfolg des BVB im DFB-Pokal in Berlin grandios gelungen. Das 4:1 (3:0) im Finale gegen Herausforderer RB Leipzig ist vor allem ein Triumph der schwarz-gelben Konter-Monster.
Eine einzige Enttäuschung für die Sachsen
Was haben sich die Sachsen abgemüht – doch das Ergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Sie haben sich reingehauen, haben bald die deutlich größeren Spielanteile, nur in der Rubrik, die ganz wichtig ist, liegen sie ganz fix regelrecht uneinholbar zurück. Das Schlimme für die Roten Bullen ist, dass es immer wieder nach dem gleichen Muster geht, nämlich so: zaghafter Spielaufbau RB, Ballverlust oder Ball-Klau – ab geht die Post beim BVB und drin ist die Pille!
Ganz früh schon passiert es, normalerweise ist das Abtasten noch nicht vorbei. Nur haben beide das vor fünf Tagen im Spiel um Punkte bereits erledigt. Marco Reus, der BVB-Kapitän, angelt sich nahe der Mittellinie die Kugel von Kevin Kampl. Der Rest über Erling Haaland (nach seiner Verletzung wieder fit) und Mahmoud Dahoud dauert nur Sekunden, dann haut Jadon Sancho das 1:0 rein (5.).
Bürki hat so gut wie nichts zu tun
Ein Auftakt nach Maß vor allem für den scheidenden Trainer Edin Terzic. Dass auch RB-Coach Julian Nagelsmann sein Team verlässt, kümmert die Schwarz-Gelben nicht die Bohne. Roman Bürki, für den verletzten Marwin Hitz zurück im BVB-Kasten, hat so gut wie nichts zu tun. Es gibt kein Durchkommen für die RB-Attacke, auch weil bei den Dortmundern Ex-Herthaner Lukasz Piszczek in die Abwehr zurückgekehrt ist. Der Oldie (wird in drei Wochen 36) sorgt neben Mats Hummels für Stabilität.
Dort, wo es für Borussia gefährlich werden könnte, spielt sich lange so gut wie nichts ab. Ganz anders Reus, Haaland & Co. Kaum verliert Hee-Chan Hwang weit in der BVB-Hälfte (!) die Kugel, klingelt es auf der anderen Seite. Haaland tankt sich durch, lässt RB-Abwehr-Kante an seinem Körper abtropfen – mit ganz viel Auge zirkelt der Norweger das 2:0 rein (28.).
Als ob die Sachsen daraus nichts erkennen, tappen sie in einen dritten Konter: Reus legt für Sancho auf, der schiebt mit Seelenruhe das 3:0 rein (45.). Es ist eine absolut serienreife Lehrvorführung in Sachen Konter-Monster. Selbst Noch-Bundestrainer Jogi Löw kommt aus dem Staunen nicht heraus und sagt zur Pause ins ARD-Mikrofon: „Leipzig hat zwar mehr Anteile mit Ball, aber die Effizienz ist klar auf Seiten der Dortmunder.“
