Der Fall der oberösterreichischen Allgemeinmedizinerin Lisa-Maria Kellermayr hat Bestürzung weit über die Landesgrenzen hinaus ausgelöst. Die Medizinerin hatte über Monate Morddrohungen erhalten, doch die zuständigen Behörden wiegelten ab. Ein Polizeisprecher warf der Ärztin vor, sie wolle sich nur wichtigmachen, nachdem diese die Drohungen öffentlich machte.
So wurde Kellermayr angedroht, sie und ihre Mitarbeitenden „abschlachten“ zu wollen. Die Drohungen wurden von anonymen Accounts und gestohlenen Identitäten versandt. Eine Spur zeigte nach Deutschland, aber auch hier wurde kein Verursacher der Drohungen ermittelt.
Ärztin Lisa-Maria Kellermayr tot in ihrer eigenen Praxis aufgefunden, nachdem sie Monate lang Morddrohungen erhielt

Für Kellermayr hatten die Bedrohungen fatale Konsequenzen: Sie musste ihre Praxis in Seewalchen am Attersee mit teuren Sicherheitsmaßnahmen ausstatten sowie einen Security-Mitarbeiter beschäftigen. Schließlich gab sie die Praxis auf, wurde Ende Juli tot dort aufgefunden. Sie soll sich das Leben genommen haben.
Die Bedrohungen richteten sich dagegen, dass sich Kellermayr ausdrücklich für den Nutzen von Corona-Impfungen ausgesprochen hatte. Dadurch wurde sie zur Zielscheibe von gewaltbereiten Impfgegnern.
#WSMDS. Gewidmet unserer langjährigen Wegbegleiterin Dr. Lisa-Maria Kellermayr. pic.twitter.com/K8Y38iuDlQ
— ProSieben (@ProSieben) August 2, 2022
Joko und Klaas erinnern an Kellermayr als „langjährige Wegbegleiterin“
In einem unter anderem auf Twitter veröffentlichten Statement erinnern Joko und Klass an ihre „langjährige Wegbegleiterin“: Diese sei oft Gast in ihren Sendungen gewesen, heißt es dort. Ihr Engagement während der Covid-19-Pandemie habe sie ins „Visier von radikalen Corona-Leugner und Querdenkern“ gebracht.
Die beiden Entertainer greifen die Vorwürfe gegen Behörden auf, dass ihre Hilferufe dort „auf Unverständnis und Untätigkeit gestoßen“ seien. Bitter klingt das Zitat, mit dem die amtliche Todesursache festgestellt wurde: „Ein Fremdverschulden wird ausgeschlossen.“




