In einem deutschen Schlager heißt es, dass mit 66 Jahren das Leben anfinge. In der „Höhle der Löwen“ soll heute das Unternehmerleben von Albrecht anfangen – und zwar mit stolzen 88 Jahren! Der Mann aus Hamburg und sein Sohn Heinrich wollen es wagen, an den Mähnen der Löwen zu zupfen und für 200.000 Euro 15 Prozent der Anteile ihres Unternehmens in der Höhle lassen.
Zu bieten haben sie ein Lifestyle-Produkt für Ältere, eine Mobilitätshilfe in den Knallfarben Neongrün und Orange – manche würden auch sagen: Es handele sich um ein Laufrad, und diejenigen hätten recht. Wenn Fahrradfahren im Alter nicht mehr funktioniert, soll es Mobilität im Alter sichern. Die Story hinter dem Rad ist schon krass: Albrecht war mehrfach vom Fahrrad gefallen, hatte dann die Pedalen entfernen und somit ein Laufrad draus machen lassen. Auf der Straße fragte man ihn: „Kaputt oder sollso?“ Und da es so sollte, war auch der Produktname schnell gefunden. Und jetzt sollen also Senioren mit dem sollso-Laufrad die deutschen Straßen erobern. Kommt das Ding ins Rollen?

Und dann düst der 88-jährige Albrecht mit lustiger Mütze auf seinem knallroten Gefährt im Studio herum. Und dann schwingen sich auch die Investoren auf ein sollso und haben Spaß. Machen eine gute Figur und es sieht dementsprechend gut aus für Albrecht und Heinrich. Ein 5,2 Kilogramm-Carbonlaufrad könnte auch für Menschen mit Behinderung attraktiv sein, ihre Mobilität zu erhöhen.
In der „Höhle der Löwen“ steht man auf der Bremse
Aber dann wird es ernst, denn das Thema Geld kommt auf. Satte 825 Euro soll das Rad kosten! Immerhin 500 Stück hat man in zwei Jahren bisher unter die Leute gebracht. Was Heinrich sich wünscht, ist nun Unterstützung in Werbung und Vertrieb, er will dadurch in Zukunft 5000 sollso-Laufräder jährlich verkaufen. Da ist Nils Glagau sofort raus, an diese Menge glaubt er nicht und versetzt dem sollso den ersten platten Reifen.

Löwe Tillman Schulz nimmt auch die kurze Ausfahrt und sagt ab. Er sieht nicht, wie er helfen kann. Und dann geht’s in der „Höhle der Löwen“ Schlag auf Schlag. Vollbremsung auch von Dagmar Wöhrl, die die Zielgruppe, die die Gründer skizzieren, nicht sieht. Welcher Mensch mit Gehproblemen würde sich schon auf so ein Teil setzen. Und so nett die beiden Hamburger sind, damit trifft sie wohl ins Schwarze. Ralf Dümmel drückt noch mal die Daumen, hat für die Laufrad-Macher aber letztlich auch kein Angebot, sodass deren letzte Hoffnung auf Janna Ensthaler ruht. Aber auch die letzte Löwin hat außer Anerkennung für die Menschen hinter sollso keine wirkliche Idee, wie man das bunte Laufrad ins Rollen bringen kann. No Deal für sollso!


