Kim de l'Horizon gilt als neuer Superstar der Literaturszene, doch viele Menschen empfinden nichts als Hass und Verachtung für die Person, die gerade mit dem Deutschen Buchpreis für das ungewöhnliche Werk „Blutbuch“ ausgezeichnet wurde. Nach Angaben des Verlags, der das am Montag im Vorfeld der Buchmesse in Frankfurt am Main ausgezeichnete Buch im Programm hat, häufen sich demnach vor allem im Internet neben vielen Glückwünschen auch queerfeindliche Angriffe.
Kim de l'Horizon zeigt mit krasser Protest-Aktion Solidarität mit Frauen im Iran
Hintergrund ist, dass sich Kim de l'Horizon, geboren in der Schweiz, als nichtbinär versteht, also sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht eindeutig zurechnet. Was dies bedeutet, kommt neben vielen anderen kreativen Volten im „Blutbuch“ zur Sprache. Nonbinäre Menschen benutzen mitunter ungewöhnliche Pronomen wie „they/them“ statt sie oder er.
„Dieser Preis ist offensichtlich auch für die Frauen im #Iran“, sagt Kim de l'Horizon, Gewinner des deutschen Buchpreises gestern. "Das ist ein Zeichen gegen Hass, für die Liebe", und für den Kampf aller Menschen, die wegen ihres Körpers unterdrückt werden." #IranProtests2022 pic.twitter.com/YAwKdGhbtr
— Natalie Amiri (@NatalieAmiri) October 18, 2022
Kim de l'Horizon trägt einen Schnäuzer zum provokant-transparenten Netz-Oberteil, demonstrierte während der Preisverleihung Solidarität mit bedrohten Frauen im Iran in einer ungewöhnlichen Protestaktion: Statt eine Dankesrede zu halten, rasierte sich Kim de l'Horizon die Haare komplett ab – und geht damit deutlich weiter als viele Stars, die sich vor der Kamera nur von einer Strähne getrennt hatten, um gegen das brutale Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte zu protestieren.
Bedrohungen und miese Kritiken von Leuten, die Kim de l'Horizons „Blutbuch“ überhaupt nicht gelesen haben
Für Rechtsextreme und andere Menschen, denen queere Personen ein Dorn im Auge sind, ist Kim de l'Horizon eine Provokation. Und so sieht sich Kim de l'Horizon trotz der Würdigung und begeisterter Buch-Rezensionen queerfeindlichen Bedrohungen ausgesetzt. Der Verlag Dumont habe einen Sicherheitsdienst engagiert, um de l'Horizon zu schützen, berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger am Donnerstag.




