Da räumt man zu Hause den Keller auf, findet dabei eine alte Holzkiste und ahnt, dass das Teil ein paar hundert Euro wert sein könnte. Was tut man dann? Man schnappt sich das antike Stück und geht zu Horst Lichter in die ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“. Genau so haben es Veronika und Ralf aus dem Spreewald gemacht. Vorher haben sie aber natürlich noch ein wenig den Schmutz von Jahrzehnten vom Familienerbstück geputzt. Und dann waltet „Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz endlich seines Amtes.
„Der ist super!“, ist dann auch dessen erstes Urteil über den hölzernen Kasten, obwohl der ziemlich ramponiert aussieht. „Der“, das ist eine uralte Reisetruhe von Louis Vuitton! Und dann ist der Experte ziemlich geschockt, als Verkäuferin Veronika Details ihrer Putzaktion verrät: dass sie nämlich altes Papier und fleckigen Leinenstoff aus dem Inneren der Truhe entfernt hat. Und auch „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter kann es nicht fassen. „Sie haben die Geschichte der Truhe weggeputzt“, stellt Colmar entsetzt fest.
„Bares für Rares“-Experte schockt Verkäufer mit harter Bewertung
Kann da im Händlerraum trotzdem was gehen? Zumindest ist das Original-Etikett noch vorhanden, die Beschläge sind echt, die berühmten Initialen sind noch zu lesen. Aber diese Putzaktion wird sich sicher ziemlich auf den Preis drücken, obwohl die Reisetruhe sage und schreibe aus dem Jahre 1878 stammt. Dennoch wünschen sich die Verkäufer Veronika und Ralf zwischen 500 und 700 Euro für die Ansammlung alter Bretter.
Und was schätzt Experte Colmar? Er muss nach eigener Aussage ganz „hart“ bewerten: In diesem Zustand sei das Stück zwischen 2900 bis 3100 Euro wert! Die Verkäufer sagen erstmal gar nichts mehr, müssen schlucken und Ralf bläst de Backen auf. Was wäre gewesen, wenn Veronika nicht alles weggeputzt hätte, fragt Horst seinen Experten - ab 16.000 aufwärts. Da schlägt Ralf die Hände vors Gesicht. Egal, passiert ist passiert, ab in den Händlerraum und das Beste draus machen.

Dort drängen sich drei der „Bares für Rares“-Profis sofort um das Köfferchen – und sind durchaus etwas fasziniert. Und deshalb geht's auch ohne viel Vorrede los: Einstieg in den Preiskampf bei 1000 Euro von Wolfgang Pauritsch. Die Händler-Kollegen Julian Schmitz-Avila und Daniel Meyer kämpfen mit. Und Wolfgang sieht schon wie der sichere Sieger aus, als Julian 2500 Euro für die Holzkiste bietet – er sei ja schließlich auch noch Holzhändler – und den Zuschlag erhält.
Immerhin, der Wunschpreis ist um einiges übertroffen und so sind auch die ehemaligen Besitzer völlig zufrieden, eine vierstellige Summe hatten sie nie erwartet.


