Ist das Kunst, welche das Eheleben darstellen, beleben oder beschreiben soll? Oder stehen da in der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ einfach nur zwei Eierköpfe auf dem Expertentisch von „Bares für Rares“-Expertin Dr. Bianca Berding? „Hatt wat“, meint zumindest Moderator Horst Lichter zu den Gestalten aus Bronze und der dazugehörigen hölzernen Beziehungskiste.
Verkäufer Elmar aus Köln hat die Teile vor über zwei Jahrzehnten zur Eheschließung geschenkt bekommen, seine Frau haben die Figürchen dann auch lange benutzt, wie er verrät, um den Zustand ihrer Beziehung zu beschreiben – einander zu- oder abgewandt. Bis die Köpfe in der Kiste verschwanden und nicht wieder heraus fanden, was Horst zur launigen Bemerkung veranlasst, dass das „in der Kiste liegen“ auch eine Bedeutung hätte ... wohlgemerkt: Es geht hier immer noch um zwei kleine Bronzefiguren und dem dazugehörigen Holzkästchen. Na wenigstens ist die Stimmung jetzt gehoben ...

Der Künstler Paul Wunderlich (1927-2010) hat die sogenannten Eggheads geschaffen. Und der Elmar möchte 400 Euro für die kleinen Eierköpfe. Da stimmt die Expertin zu – 400 bis 500 Euro wären drin bei den Profis im Händlerraum.
Eggheads gehen an „Bares für Rares“-Kulthändler
Und wer steht denn nun auf diese Art von Kunst? Das ist leicht zu beantworten. Kulthändler Walter „Waldi“ Lehnertz meldet sich zu Wort, denn ihm gefallen die Figuren sehr und ganz wichtig: Die Holzkiste würde seine „Holde“ bekommen, „damit sie weiß, wo sie dran ist!“ – ein Charme-Bolzen wie aus dem Bilderbuch.
Und der Mann meint das ernst. Mit sage und schreibe 150 Euro steigt Waldi ein, hört sich die Gebote seiner Kollegen mit Pokerface an, um mit 280 Euro wieder in Führung zu gehen und gleichzeitig zu verkünden: „Und jetzt zieht sich der Strick zu! Die Luft ist raus.“ Das sieht Verkäufer Elmar wegen der Expertise anders, aber mehr als 300 Euro zieht er Waldi für seine Beziehungskisten-Eierköpfe heute nicht aus der Tasche. Guter Deal und irgendwie sind beide sehr zufrieden - Waldi natürlich besonders wegen der Holzkiste für seine „Holde“ ...


