Schnell zubereitet

Rezept für Grillbällchen aus der DDR: Diese leckere Schaschlik-Variante ist der Hammer

Ein DDR-Kochheft von 1970 zeigt witzige Rollenbilder – und ein Kultrezept: die Grillbällchen. So kochten „Vatis“ damals wirklich.

Author - Stefan Henseke
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Eine Variante der DDR-Grillbällchen ersetzt Tomate und Gurke durch Paprika.
Eine Variante der DDR-Grillbällchen ersetzt Tomate und Gurke durch Paprika.Shotshop/imago, Montage: STH/KI/Berliner KURIER

Heute würde das vielleicht als diskriminierend gelten. Ein Rezeptheft mit dem Namen „Was Männer gerne kochen“. Aber die Zeiten waren damals andere, auch in der DDR. Natürlich ist das Heftchen voll mit Grillgerichten. Ein Rezept daraus stellen wir Ihnen heute vor. Frauen dürfen das natürlich auch gerne ausprobieren.

Kochtipps für Männer aus dem Verlag für die Frau

Als das Rezeptheft „Was Männer gerne kochen“ im September 1970 erschien, war das sogar dem Neuen Deutschland ein paar Zeilen Ankündigung wert. Und kurioserweise erschienen die Kochtipps für Männer im Verlag für die Frau.

Gleich auf der ersten Seite des Heftchen wird versucht, traditionelle Rollenbilder zu brechen. „Das kann Vati auch“ steht über dem Kapitel und einer Zeichnung, auf dem zwei Kinder staunend Vati am Kochen (natürlich mit Kochmütze) zuschauen.

Da steht dann: „Es ist bewunderswert, wie er das macht. Sichere Handgriffe, kein überflüssiges Getue kennzeichnen den fast spielerisch ausgeführten Arbeitsgang.“ Hallo 70er!

Vati ist seiner Sache sicher. Es wird gelingen, heißt es weiter. Stolz sagt er zu seinen Kindern: Na, seht ihr kleinen Geister, so wird es gemacht, so einfach ist es.“ Doch gleich darauf wird das Ganze ironisch gebrochen. Von den Kinder kommt die Antwort: „Warum gibst du so an, einen Pudding können wir auch schon kochen!“

Auf dem Heftcover von „Was Männer gerne kochen“ ist natürlich auch Gemüse zu sehen. Doch Blumenkohl, Gurke und Tomaten dienen auf dem Foto nur dazu, ein großes Stück Braten zu umrahmen und in den Mittelpunkt zu setzen.

Im DDR Museum ist das Rezeptheftchen „Was Männer gerne kochen“ zu sehen. Im Mittelpunkt: ein schwerer Braten.
Im DDR Museum ist das Rezeptheftchen „Was Männer gerne kochen“ zu sehen. Im Mittelpunkt: ein schwerer Braten.DDR Museum

Klare Aussage: Mann isst Fleisch und das gerne. Und deshalb. Nicht verwunderlich, dass dann auch Grillgerichte eines der wichtigsten Kapitel in dem Heftchen sind.

Was man den Rezepten, die auch auf der Rezeptseite vom DDR Museum vorgestellt werden, anmerkt: Zu kompliziert sollten sie nicht sein, damit Vati bei seinen ersten Kochversuchen nicht gleich überfordert ist. Was aber nicht heißt, dass die Rezepte nicht lecker umzusetzen wären. Zum Beispiel die Grillbällchen. Ein Gericht, mit dem man noch heute einen Grillabend einfach und fix aufpimpen kann.

Im DDR-Originalrezept werden zum Hackfleisch Zwiebeln, Salatgurke und Tomaten verarbeitet. Doch das Gemüse lässt sich auch nach Lust und Laune austauschen, ähnlich wie bei Schaschlik oder Räuberspießen – mit Paprika gelingen die Grillbällchen zum Beispiel auch prima. Probieren Sie es aus.

Die Zutaten für DDR-Grillbällchen

Zum Grillen benötigen Sie 400 g Hackfleisch (Rind und Schwein halbundhalb), 2 kleingewürfelte Zwiebeln, 1 Salatgurke, 4 Tomaten, 1 Ei, 1 EL Tomatenmark, 2 EL Semmelbrösel, 1 EL Kapern und Öl.

So gelingt die Zubereitung für DDR-Grillbällchen

Schritt 1: Das Hackfleisch, die kleingewürfelten Zwiebeln, das Tomatenmark, die Semmelbrösel und die fein geschnittenen Kapern vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Schritt 2: Formen Sie kleine Hackfleischbällchen aus der Masse und legen sie kurz beseite.

Schritt 3: Schneiden Sie die Tomaten und die Gurke in dicke Scheiben. Bei Paprika: in grobe Stücke schneiden.

Schritt 4: Jetzt die Hackfleischbällchen abwechselnd mit den Gemüsescheiben bzw. stückchen auf einen Grillspieß aufspießen und alles mit Öl bepinseln.

Schritt 5: Jetzt werden die Spieße 15 bis 20 Minuten unter mehrmaligem Wenden auf dem Grill gebräunt. Fertig. Guten Appetit!