Wer Medikamente brauchte, bekam beim Arzt jahrelang ein rosafarbenes Zettelchen, das dann in der Apotheke eingelöst wurde – das klassische Rezept. Aber: Die Zeiten sind vorbei! Schon seit dem 1. Juli können Versicherte ihre Rezepte auch über die Krankenkassenkarte einlösen. Zukünftig soll es verschreibungspflichtige Medikamente per digitalem Code geben. Aber: Besonders ältere Menschen erfüllt die neue Technik mit Sorge. Wir erklären, was es mit dem E-Rezept auf sich hat – und wie es jeder ganz einfach nutzen kann.
Auf Papier oder per App: So funktioniert das neue E-Rezept
Das E-Rezept soll in Zukunft das rosafarbene Krankenkassen-Rezept ersetzen. Seit dem 1. Juli funktioniert das bereits über die Krankenkassenkarte: „Die elektronische Gesundheitskarte wird ins Lesegerät gesteckt und dadurch das E-Rezept vom Server geholt“, sagt Anke Rüdinger, Apothekerin und Leiterin des Digital Hub der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Wichtig dafür: Die Arztpraxis, die das Rezept ausgestellt hat, muss technisch dazu in der Lage sein, das Rezept an den entsprechenden Server zu schicken – und auch in der Apotheke muss eine entsprechende Software zur Verfügung stehen.
Aber es gibt auch noch andere Wege. Patienten können sich etwa eine entsprechende App auf ihrem Smartphone installieren. Das Programm heißt „Das E-Rezept“. Der Haken: Wer es nutzen möchte, braucht eine NFC-fähige Gesundheitskarte. Zu erkennen ist die daran, dass ein Kontaktlos-Logo und eine sechsstellige Nummer – die sogenannte CAN-Nummer – unter den Deutschlandfarben abgebildet ist. Die Karte kann, falls noch nicht vorhanden, bei der Krankenkasse angefordert werden.
Neues E-Rezept soll den Nutzern Zeit und Wege sparen
Nötig sind außerdem ein NFC-fähiges Smartphone (ab iOS 15 und Android 7) und eine Pin, die ebenfalls bei der Krankenkasse angefordert werden muss. Um diese zu erhalten, müssen sich die Nutzer allerdings per Postident-Verfahren identifizieren. „Bei der E-Rezept-App ist die Datensicherheit besonders wichtig“, sagt Sabine Wolter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Das hat zur Folge, dass Anmeldung und Registrierung etwas komplexer sind.“

Einfacher ist da der Papier-Ausdruck, den es in der Arztpraxis gibt. Mit diesem marschieren die Nutzer dann in die Apotheke, wo er eingelöst werden kann. Absurd: Momentan ist dieser Weg der am häufigsten gewählte, obwohl mit der neuen Technik ja eigentlich das Papierrezept ersetzt werden soll. Der Vorteil hierbei: Wer seine Medikamente bei Online-Apotheken bestellt, muss nun nicht mehr das Rezept per Post an den Anbieter schicken, sondern kann den Code nutzen, um zu bestellen.




