Viele Hobbygärtner stehen jetzt im August vor verblühtem Lavendel. Die Ähren werden braun, der Duft lässt nach. Nun gehört die Schere an die Pflanze! Doch wie viel wird geschnitten? Dafür gibt es eine einfache Faustregel. Im Sommer wird wenig geschnitten, etwa ein Drittel. Im Frühjahr wird viel geschnitten, etwa zwei Drittel. Klingt einfach. Trotzdem gehen jedes Jahr Pflanzen ein. Drei Fehler sind dafür verantwortlich.
Fehler 1: Sie schneiden den Lavendel zu spät
Lavendel wird zweimal im Jahr geschnitten. Nach der Blüte ein leichter Rückschnitt, im Frühjahr ein kräftiger. Der Sommertermin ist jetzt im August, direkt nach der Blüte.
Der Schnitt soll die Form verbessern und die Pflanze kompakt halten – ohne spät im Jahr noch einen starken Neuaustrieb zu erzwingen. Wer bis September wartet, holt sich weiche Triebe, die dem ersten Frost nichts entgegensetzen.
Für das Frühjahr nennen Experten wie die Bayerische Gartenakademie Ende März als guten Zeitpunkt. Tragen Sie sich das schon mal in Ihren Gartenkalender ein. In Berlin und Brandenburg kommt der Frost oft spät – dann warten Sie lieber noch zwei Wochen.
Fehler 2: Sie schneiden beim Lavendel ins alte Holz
Das ist der Fehler, der die Pflanze das Leben kostet. Lavendel verholzt von unten. Aus diesem braunen Holz kommt nichts mehr. Wird bei älteren, stark verholzten Pflanzen zu tief geschnitten, treiben sie oft nicht mehr aus und sterben sogar ab.
So geht der richtige Lavendel-Schnitt:
– Fahren Sie mit der Hand am Trieb entlang, bis das Grün in Braun übergeht.
– Setzen Sie die Schere deutlich oberhalb dieser Stelle an.
– Auf jedem Trieb bleiben grüne Blätter stehen.
– Jetzt im August nehmen Sie vor allem die verblühten Stiele weg.
Für ältere Pflanzen gilt: Vom letztjährigen Austrieb etwa ein Drittel stehen lassen. Im Frühjahr werden die neuen Triebe mit dem silbrig-grauen Laub um zwei Drittel gekürzt, bis kurz vor die verholzte Basis. Ein leicht kugelförmiger Schnitt macht die Pflanze buschig.

Fehler 3: Den Lavendel gar nicht schneiden
Der häufigste Fehler ist Nichtstun. In vielen Gärten steht vergreister, auseinanderfallender und verholzter Lavendel – schlicht, weil jahrelang nicht geschnitten wurde. Der Busch wird struppig. Er blüht weniger. Irgendwann klappt er auseinander und ist in der Mitte kahl.
Wer jedes Jahr schneidet, hält die Pflanzen kompakt, und sie verkahlen nicht von innen.
Ein Jahr auslassen ist kein Drama. Nach mehreren Jahren ohne Schnitt ist der Busch hin. Für Lavendel im Topf gilt dasselbe wie im Beet.

