Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer (Fridays for Future) hält eine begrenzte Laufzeitverlängerung der noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke für vertretbar. „Was derzeit konkret in der Diskussion ist, ist der Streckbetrieb – also ein Weiterbetrieb der verbleibenden AKW für wenige Monate, ohne dass aber neue Brennstäbe gekauft werden. Das wäre ein Provisorium und keine grundlegende Weichenstellung.“ Im Interview mit dem Tagesspiegel sagte sie aber auch, sie zweifle am Nutzen.
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Neubauer wittert Pläne, Atomkraftwerke viel länger als nötig laufen zu lassen
Derzeit liefern die drei letzten AKW Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2, die zum Jahresende abgeschaltet werden sollen, gut fünf Prozent an der deutschen Stromproduktion. Neubauer kritisierte, einige politische Kräfte wünschten sich eine Grundsatzdebatte um Energieversorgung und den Kauf neuer Brennelemente.

Pläne der Regierung zum Import von Flüssiggas, um ausbleibende Gaslieferungen aus Russland zu kompensieren, hält sie für überdimensioniert und klimaschädlich.
FDP und Union wollen die letzten drei Atomkraftwerke als Gas-Ersatz weiterlaufen lassen
Wegen der Drosselung von Gaslieferungen durch Russland hatten FDP und Union die Debatte um Laufzeitverlängerungen angestoßen. Bei Teilen der Grünen wird das zähneknirschend in Erwägung gezogen, Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) lässt erneut in einem „Stresstest“ prüfen, ob es notwendig ist. Die Co-Parteivorsitzende Ricarda Lang lehnt es dagegen ab.
FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat die Grünen aufgefordert, ihren internen Klärungsprozess über eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke schnell abzuschließen. „Die Gas-Verstromung muss sofort beendet und die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke beschlossen werden, zunächst einmal bis 2024. Sonst beklagen die Grünen einen Zustand sozialer Härte, den sie selbst verursacht haben.“
Er kritisierte, dass Kohlekraftwerke wieder angefahren werden, während in anderen europäischen Ländern Kernkraft als klimaschonende Technik angesehen werde.


