Seit Wochen gibt es beim Blick auf die Corona- und Impfzahlen fast nur Erfolgsmeldungen. Doch während die Gesamtzahlen sinken, breitet sich die Delta-Variante immer weiter aus – vor allem mit dem Blick auf die Schulöffnungen nach den Sommerferien. Denn viele Kinder sind noch immer völlig schutzlos, da es für sie keine Impfung gibt – und die Ständige Impfkommission sie den meisten Jugendlichen vorenthalten will und ganz offenbar auf Durchseuchung setzt. In diesem Szenario gibt es für die Virologin Melanie Brinkmann vor allem einen Ansatz, um die Kinder zu schützen: eine effektivere Teststrategie.
Melanie Brinkmann: Virus lässt keine Verschnaufpause zu
Die Wissenschaftlerin vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sagte dem RND. Es sei „wichtig, auch Kinder und Jugendliche vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu schützen“. Nach dem Sommerferien sei höchste Vorsicht geboten. „Denn die Delta-Variante wird nach den Sommerferien sehr schnell durch die Schulen rauschen, wenn wir keine Vorsorge treffen“, sagte Brinkmann. „Leider gibt uns dieses Virus keine Verschnaufpause.“
Statt der weniger präzisen Antigen-Schnelltests spricht sich Brinkmann für den vermehrten Einsatz sogenannter Lollitests oder Gurgeltests aus. „Das spart Kosten und kann per PCR ausgewertet werden“, sagte die Virologin. Diese Testmethoden seien ein „fantastisches Tool bei der derzeitigen niedrigen Inzidenz, das sehr effektiv ist, wenn es regelmäßig durchgeführt wird“.
Brinkmann wirbt für Masken und Ventilatoren in den Fensterscheiben
Brinkmann warb außerdem für das Tragen von Masken und direkt in Fensterschieben eingebaute Ventilatoren zur Verringerung der Infektionsgefahr. „Ohne zusätzliche Maßnahmen werden die Infektionen wieder zunehmen, es wird zu Quarantäneschleifen kommen, wie man es jetzt schon in Großbritanniens Schulen beobachten kann“, warnte die Expertin.
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