EU-Gipfel, G7-Treffen und schließlich Nato-Gipfel – bei allen drei Treffen von Staats- und Regierungschefs stand der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Mittelpunkt. Und die Liste der Sanktionen trieb beim Nato-Gipfel in Madrid seltsame Blüten.
Denn auch kulinarische Genüsse sind in den aufgeheizten Zeiten durchaus ein Politikum. Auf dem Nato-Gipfel in Madrid musste deshalb der „Russische Salat“ vom Speiseplan verbannt werden. Auf dem Treffen des Militärbündnisses staunten internationale Beamte und Journalisten nicht schlecht, als der in Bars und Restaurants in ganz Spanien so beliebte Russische Salat auch im hauseigenen Restaurant auf der Speisekarte stand.
Salat wurde schnell umbenannt
Obwohl der Gipfel im Schatten des Ukraine-Kriegs stattfand, wurde der Salat – eine Mischung aus Erbsen, Kartoffeln, Karotten und Mayonnaise, bekannt als Ensaladilla Rusa – auf dem Gipfeltreffen als „Kartoffelsalat nach russischer Art“ verkauft.
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„Russischer Salat auf einem Nato-Gipfel? Ich bin ein wenig überrascht von dieser Auswahl an Gerichten“, sagte der Journalist Iñaki López dem spanischen Medienunternehmen la Sexta.
Waren manche Gäste sogar bestürzt über die Menü-Wahl, tat der Name des Salats seiner Beliebtheit keinen Abbruch – das Gericht war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Und schließlich wurde er innerhalb eines Tages umbenannt und auf der Speisekarte ganz unpolitisch als „traditioneller Salat“ aufgeführt.
Der spanische Küchenchef José Andrés ging sogar noch einen Schritt weiter. Er fügte dem begehrten Tapas-Salat Tomatenknödel hinzu und taufte das Gericht in Ukrainischen Salat um - als Zeichen der Solidarität bei dem Abendessen, das er für den Besuch der Verteidigungs- und Außenminister am Dienstag koordinierte.
Russischer Salat hatte es auch unter Franco schwer
Es war übrigens nicht das erste Mal, dass das spanische Kartoffel-Gericht in politische Wirren geriet. Während der Franco-Diktatur wandelten Bars und Restaurants den Namen oft in „Ensaladilla nacional“ oder Nationalsalat, um nicht mit der Verbreitung pro-kommunistischer Propaganda in Verbindung gebracht zu werden.



