Noch ist der ukrainische Botschafter nicht nach Kyjiw zurückgekehrt, da legt Andrij Melnyk nochmal gegen Bundesregierung und vor allem die SPD nach. „Ich werde verrückt“, schrieb der mitunter undiplomatische Diplomat am Montag auf Twitter. Der Grund: die Bundesregierung weigert sich weiter, vor allem Panzer an die Ukraine zu liefern.
Alles klar, Germany First. “Inübunghaltung” von Hunderten Marder-Schützenpanzern oder 800 Fuchs-Transportpanzern der Bundeswehr scheint wichtiger, als den Ukrainern JETZT in ihrem entscheidenden Kampf zu helfen & Menschenleben zu retten. Ich werde verrückt https://t.co/NkJtU6K9Sf
— Andrij Melnyk (@MelnykAndrij) September 12, 2022
Melnyk regt sich dabei besonders über die SPD-Mitglieder der Regierungskoalition auf: „Diese katastrophale Verweigerungspolitik der @spdde & der Ampel, die Ukraine ausgerechnet in diesem kritischen Moment militärisch im Stich zu lassen, wird verheerende Folgen für die Zukunft haben. Meine Güte @KuehniKev“, schrieb der Botschafter auf Twitter zu einem Screenshot eines Nachrichtenartikel zu „Kühnert gegen deutsche Panzerlieferungen“. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hatte am Montag nochmal bekräftigt, dass man einer Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine weiterhin skeptisch gegenüberstehe.
Andrij Melnyk fordert Panzer aus Bundeswehrbeständen für die Ukraine
Der ukrainische Botschafter Melnyk hingegen sieht bei Verteidigungsministerin Christine Lambrecht auch einen mangelnden Willen, andere Waffen zu liefern. Er warf ihr vor, eine „Germany first“-Politik zu betreiben, die Deutschland derzeit erheblich schade. So verfüge die Bundeswehr derzeit über hunderte Marder-Schützenpanzer und mehr als 800 Fuchs-Transportpanzer. Deren „Inübunghaltung“ sei der Bundesregierung wichtiger,„ als den Ukrainern JETZT in ihrem entscheidenden Kampf zu helfen & Menschenleben zu retten“, wie Melnyk schrieb.
Verteidigungsministerin Lambrecht hatte am Morgen bei einer Konferenz nochmals Lieferungen aus Bundeswehrbeständen ausgeschlossen. Sie sieht die Landes- und Bündnisverteidigung sonst gefährdet.


