Nach dem fluchtähnlichen Rückzug russischer Truppen aus dem Norden der Ukraine in den russischen Vasallenstaat Belarus haben Ukrainer ihre geraubte und gestohlene Elektronik dort ausgemacht. Das vermeldete der oppositionelle belarussische Exil-Journalist Franzischak Wjatschorka auf Twitter. Die Wiener Zeitung Der Standard griff den Tweet auf und berichtet, dass die Ukrainer deshalb die Möglichkeit haben festzustellen, wo sich russische Soldaten aufhalten.
Wjatschorka verschickte einen Screenshot von Apples „Wo ist?“-App. Damit können etwa AirPods gefunden werden, die man verlegt hat – oder die von russischen Soldaten gestohlen wurden. Im ausgewiesenen Beispiel finden sich die Ohrhörer bei der Stadt Gomel in Belarus.
Ukrainians are locating their devices on the territory of the Homiel region, Belarus, where part of the Russian army retreated. pic.twitter.com/JsdhltRZ5E
— Franak Viačorka (@franakviacorka) April 5, 2022
Der Standard nimmt Bezug auf einen Historiker, der festgestellt hatte, dass Russland und Belarus immer noch das Roaming für ukrainische Geräte zulassen.
Das Portal „Politico“ hat das damit begründet, dass der russische Geheimdienst so weiterhin ukrainische Telefonate abhören und zusätzlich die Position der Mobiltelefone und anderer Geräte feststellen kann. Zusätzlich nutzt die russische Armee ukrainische Netzwerke, um untereinander kommunizieren zu können – die eigenen Funknetze hatten sich schon bei Beginn des Kriegs als unzulänglich erwiesen.
Jedes eingeschaltete Gerät gibt dem jeweiligen Feind also die Möglichkeit, seine Ziele zu lokalisieren und zu beschießen. Mehrere hochrangige russische Offiziere sollen so den Tod gefunden haben.
Handys oder AirPods werden zur Zielmarke
Sky News hatte vor kurzem berichtet, wie die Ortung funktioniert, dass Drohnen oder Lastwagen würden mit Geräten ausgestattet, die Telefonmasten simulieren. Diese werden in Kriegsgebiete geschickt, um die Signale von Telefonen in der Nähe aufzugreifen. Die Simulatoren fordern die Smartphones auf, die Signalstärke und Richtung des Signals anzugeben – daraus kann eine ungefähre Standortbestimmung abgeleitet und für gezielte Angriffe genutzt werden.
Das hat der Sender in einem Twitter-Thread verdeutlicht:
New evidence suggests mobile networks are now being weaponised as an instrument of war in the current conflict, as each side tracks soldiers' phones.
— Sky News (@SkyNews) March 31, 2022
So how are phones tracked on the battlefield?
