Er weigerte sich mit den russischen Besatzern zusammenzuarbeiten, dafür musste ein ukrainischer Dirigent wohl sterben. Jurij Kerpatenko sei brutal ermordet worden, weil er sich geweigert habe, „mit den Besatzern zusammenzuarbeiten“, teilte das ukrainische Kulturministerium am Samstag mit. Die südukrainische Stadt Cherson ist seit Kriegsbeginn von russischen Truppen besetzt.
Der Dirigent der Philharmonie von Cherson ist nach ukrainischen Angaben in seinem Haus von russischen Soldaten erschossen worden, weil er die Kooperation verweigerte. An den Dirigenten erinnerte am Samstag unter anderem der bekannte ukrainische Schriftsteller Andrij Kurkow.
I did not post it until it was confirmed. Now prosecutor's office opened the criminal case. Russians killed conductor of Kherson philharmonic orchestra Juriy Kerpatenko in his home in Kherson for refusing to work under occupation. pic.twitter.com/lmrrOwRu2L
— Andrei Kurkov (@AKurkov) October 15, 2022
„Medienberichten zufolge planten die Besatzer und ihre Kollaborateure beim Philharmonie-Orchester anlässlich des Weltmusiktags am 1. Oktober ein festliches Konzert in Cherson“, teilte das Ministerium weiter mit. Sie wollten den Dirigenten dazu zwingen, ein lokales Orchester zu dirigieren.
Russen wollten „friedliches Leben“ feiern und erschossen Dirigenten
Die russischen Besatzer hätten mit dem Konzert „die angebliche ‚Wiederherstellung eines friedlichen Lebens in Cherson“ demonstrieren wollen, hieß es weiter. Kerpatenko habe sich jedoch „kategorisch geweigert“, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Der Dirigent habe aus seiner pro-ukrainischen Einstellung keinen Hehl gemacht und sich geweigert, die besetzte Stadt zu verlassen.
Kerpatenko arbeitete seit dem Jahr 2000 an der Regionalen Philharmonie Cherson, 2004 wurde er Chefdirigent des nach Mykola Kulisch benannten Musik- und Dramatheaters in Cherson. Er leitete zudem das Kammerorchester Gilea, das für die Russen auftreten sollte.


