In der Ukraine soll der bekannte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow vor der Entlassung stehen. Das berichtet das ukrainische Nachrichtenmagazin Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eigene Quellen. Resnikow soll demnach anschließend ukrainischer Botschafter in Großbritannien werden. Auch ein Nachfolger steht wohl bereits fest.
Resnikow war durch einen Korruptionsskandal innerhalb des Verteidigungsministeriums im Februar heftig in die Kritik geraten. Beteiligt gewesen sein soll er nicht. Doch Skandale im Ministerium fallen immer auch auf den Minister zurück. Präsident Selenskyj und Ministerpräsident Denys Schmyhal hielten dennoch an Resnikow fest, da er bei der Organisation der Waffenhilfe für die Ukraine von Unterstützerländern einen guten Job macht.
Ukraine-Verteidigungsminister Resnikow soll entlassen werden
Nun soll Resnikow aber dennoch entlassen werden. Laut dem Bericht der Ukrajinska Prawda soll die Werchowna Rada, das Parlament der Ukraine, die Entlassung nächste Woche besprechen. Der Verteidigungsminister wird vom Präsidenten bestimmt. Das Parlament entlässt und setzt ihn jedoch ein.
Die Pläne wurden zudem vom Abgeordneten Jaroslaw Scheleschnjak aus der Fraktion der Selenskyj-Partei „Diener des Volkes“ berichtet. Er bestätigte auf seinem Telegram-Kanal ebenfalls, dass Resnikow Botschafter in Großbritannien werden könnte. Die Londoner Botschaft habe laut dessen Bericht bereits einen Personalwechsel angekündigt ohne Details zu nennen.
Möglicher Nachfolger könnte ein Krimtatare sein
Auch ein möglicher Nachfolger für Resnikow als Verteidigungsminister wird bereits gehandelt. Es soll der 41-jährige Rustem Umerow sein. Er leitet bisher den Staatlichen Besitzfonds der Ukraine. Seine Arbeit seit seiner Ernennung im vergangenen Jahr fand auch die Zustimmung von Antikorruptionsaktivisten in der Ukraine.
Auch als Verteidigungsminister traut man ihm einiges zu. „Das wäre ein guter Schachzug, denn Umerovs Team hat im Fonds viel erreicht, z.B. eine wirksamere Prüfung staatlicher Unternehmen und das Schließen von Korruptionslücken“, schreibt die Antikorruptionsaktivistin Olena Haluschka auf dem Kurznachrichtendienst X (zuvor Twitter). So habe er hohe Einnahmen durch die Privatisierung staatlichen Eigentums und die Verpachtung staatlichen Besitzes erzielt – und das ganz ohne Skandale, was in der Ukraine keine Selbstverständlichkeit ist.
The president considers appointing Rustem Umerov, current head of the State property fund, as the new Minister of Defence. That would be a good move, Umerov's team achieved a lot in the Fund e.g. re effective auditing of state enterprises & closing corruption loopholes. Ukraine… pic.twitter.com/xX8wNZxOQp
— Olena Halushka (@OlenaHalushka) August 31, 2023


