Wer gehofft hatte, dass der Ex-Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, nach seine Abordnung zurück nach Kyjiw leiser würde, der könnte nun wohl erschrecken. Der derzeitige ukrainische Vizeaußenminister hat eine Verzehnfachung der westlichen Militärhilfe gegen den russischen Angriffskrieg gefordert.
„Wir sind unseren Verbündeten dankbar für ihre militärische Hilfe. Aber das ist nicht genug“, schrieb der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland am Samstagabend auf Twitter.
We are thankful to our allies for their military help. But: it is not enough. Ukraine needs 10 times more to finish russian aggression this year. Thus we call upon our partners to cross all artificial red lines & devote 1% of GDP for 🇺🇦weapons deliveries👇🏻https://t.co/SkLyB8RQ6j pic.twitter.com/q62UTa9lSg
— Andrij Melnyk (@MelnykAndrij) April 22, 2023
Keine roten Linien, dafür ein Prozent des BIP
Er führte weiter aus: „Die Ukraine braucht zehn Mal mehr, um die russische Aggression dieses Jahr zu beenden.“ Bisher hätten alle Verbündeten zusammen 55 Milliarden US-Dollar (50 Milliarden Euro) bereitgestellt. Es brauche aber das Zehnfache, betonte der Diplomat.
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Besonders übel stößt dem Ex-Ukraine-Botschafter auf, dass die Nato-Partner weiter bei bestimmten Waffensystemen blockieren würden. Der Westen sollte endlich aufhören, künstliche rote Linien zu ziehen. Die Partner der Ukraine sollten stattdessen ein Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Waffenlieferungen an das angegriffene Land ausgeben, verlangte Melnyk.
Verbündete sollen „Ausmaß des Krieges begreifen“
Das wären allein im Fall von Deutschland mehr als 35 Milliarden Euro. Der ukrainische Diplomat meinte, dass die Beträge verglichen mit dem Zweiten Weltkrieg gering seien. „Die Verbündeten sollten das Ausmaß dieses Krieges begreifen“, mahnte Melnyk, der zu dem Thema auch in einer ukrainischen Fernsehtalkshow auftrat.
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