Die Waffenstillstandsvereinbarung zwischen den Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyio Erdogan, scheint zu einer Beruhigung im nordwestsyrischen Kriegsgebiet geführt zu haben. Gleichzeitig gibt es weiter große Not für zehntausende Flüchtlinge und Migranten, die die türkisch-griechische Grenze in Richtung EU überqueren wollen.
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Nach der Vereinbarung, die am Donnerstag geschlossen wurde, sollen in der an die Türkei grenzenden Region Idlib die Waffen schweigen. Zumindest soll es keine russischen und syrischen Luftangriffe mehr gegeben haben, die den dort sitzenden syrischen Rebellen galten. Die Gegend ist ihr letztes Rückzugsgebiet. Es soll aber Kämpfe am Boden gegeben haben. Es hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Vereinbarungen gegeben, die aber nicht hielten.
Hunderttausende auf der Flucht
Inzwischen sind hier Hunderttausende auf der Flucht. Grund des neuen Anlaufs ist die Angst, dass die nach Syrien vorgerückte Türkei und ihre verbündeten Milizen auf der einen, syrische Truppen, Russen und deren angeschlossenen Milizen auf der anderen in einen umfassenden Krieg stolpern – es hatte Vorfälle mit vielen Toten bei Syrern und Türken gegeben.

Das Agreement sieht unter anderem vor, dass eine Autobahn und die Gebiete entlang dieser Strecke eine Art Schutzzone bilden. Die Verteidigungsminister in Moskau und Ankara sollen Regelungen finden, damit vom 15. März an gemeinsame Patrouillen auf der Autobahn stattfinden und die Russen sie nutzen können.
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EU will Erdogans Druck nicht folgen
An der türkischen Grenze zu Griechenland wird das Elend mittlerweile größer. An der Landgrenze versuchen griechische Kräfte zu verhindern, dass eine große Zahl von Flüchtlingen und Migranten in die EU gelangt. Parallel versuchen viele, über das Meer zu setzen. So sitzen mittlerweile über hundert Menschen auf der kleinen Insel Kastelorizo fest, die drei Kilometer vor der Türkei liegt. Sie übernachten im Freien oder in leeren Häusern.
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