Bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sorgen Bilder von Polizeigewalt in Frankreich für Empörung: Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete am Donnerstag Ermittlungen gegen Polizisten, die einen Schwarzen geschlagen und getreten hatten, weil er keine Corona-Schutzmaske trug.

Das Video einer Überwachungskamera zeigt, wie die drei Polizisten einen schwarzen Musikproduzenten in dessen Pariser Studio drängen und ihn dort mit Schlägen, Tritten und Schlagstockhieben traktieren.
Michel, un producteur de musique, a été tabassé par trois policiers samedi dernier à Paris. Ils l’ont ensuite accusé à tort d'avoir voulu prendre leurs armes et de rébellion.
— David Perrotin (@davidperrotin) November 26, 2020
Mais les policiers ignoraient une chose : tout a été filmé. pic.twitter.com/PTo71fzJzP
In einem schriftlichen Protokoll hielten die Polizisten fest, sie hätten den Mann namens „Michel“ auf der Straße ermahnt, weil er keine Maske trug wie derzeit vorgeschrieben. „Als wir ihn festhalten wollten, hat er uns mit Gewalt in das Gebäude gezerrt“, heißt es in dem Protokoll, welches AFP einsehen konnte.
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Auf der Aufnahme, die das Magazin „Loopsider“ am Donnerstag veröffentlichte, ist auch zu sehen, wie weitere Männer dem Produzenten zu Hilfe eilen und die Polizei aus dem Studio drängen. Die Beamten werfen dann eine Tränengasgranate durch die Tür und führen „Michel“ mit gezückten Waffen ab, wie Handyvideos von Anwohnern zeigen.
Von „unerträglichen Bildern“ sprach der stellvertretende Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire auf Twitter.

