Drei Alphamänner streiten um die Macht in der CDU. Die Frage, wer neuer Parteichef wird, ist nach dem Abflauen der Corona-Krise mit voller Wucht zurückgekehrt. Friedrich Merz spielt im TV-Talk den gereiften Staatsmann, Armin Laschet verliert wegen seines Krisenmanagements im Tönnies-Fleischskandal an Ansehen. Norbert Röttgen hält sich zurück, und doch wachsen die Ängste, dass sich die Kandidaten noch vor der Wahl selbst zerlegen könnten.
Ein Jahr vor der Bundestagswahl gibt es in der CDU nur noch ein Thema: Wer beerbt Annegret Kramp-Karrenbauer im Parteivorsitz - und wird damit wahrscheinlich auch Kanzlerkandidat? Der neue CDU-Chef soll im Dezember gewählt werden. Doch schon jetzt buhlen vor allem Merz und Laschet mit Volldampf um Aufmerksamkeit. Aus Sicht des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) kann das schwer nach hinten losgehen.
„Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist, dass sich die Kandidaten im parteiinternen Wahlkampf zerfleischen“, sagt Landeschef Hans. Er sei dafür, dass sich Merz, Laschet und Röttgen mal ganz in Ruhe mit Noch-Parteichefin AKK zusammensetzen. Die drei sollten dann „miteinander die aktuelle Situation beratschlagen und die kommenden Monate planen“, so Hans. Sonst könne die Personaldebatte die aktuell guten CDU/CSU-Umfragewerte (37 Prozent) zum Absturz bringen. AKK selbst geht davon aus, dass keiner der Bewerber freiwillig zurückziehen wird.
