Mainz / Berlin - Der Impfstoff gegen Corona ist da, aber in den letzten Tagen hat sich gezeigt, dass das deutsch-amerikanische Produkt von Biontech/Pfizer noch nicht in der erhofften Menge in Europa verfügbar ist. In einem Spiegel-Interview erklärten die Gründer des Mainzer Unternehmens Biontech, Özlem Türeci und ihr Mann Ugur Sahin, dass es zwei Probleme gibt.
Zunächst habe sich die EU erst im November in der Lage gesehen, sich auf die Bestellung von 300 Millionen Impfdosen zu einigen – da hatten die USA längst 600 Millionen Dosen bestellt. Die EU habe sich darauf verlassen, dass auch andere Unternehmen Impfstoffe zugelassen bekommen, was bislang aber nicht erfolgt ist. Sahin: „Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir (...) diese Lücke füllen müssen.“
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Damit tue sich das zweite Problem auf, das Sahin so beschreibt: „Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten. Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“ Er ist fest überzeugt, Deutschland werde ausreichend viel Impfstoff erhalten.
Seine Frau ergänzt mit Blick auf Pfizer, den zweitgrößten Pharmakonzern der Welt, dass nur „dank deren riesiger Maschinerie (...) wir in den nächsten Monaten überhaupt fast 50 Nationen mit weit über einer Milliarde Dosen eines gerade erst zugelassenen Impfstoffs versorgen können.“
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