Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat die Entscheidung der Bundesregierung, Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern, als gefährlich kritisiert. „Die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern, womit ein weiteres Tabu fällt, führt uns potenziell näher an den Dritten Weltkrieg als Richtung Frieden in Europa“, sagte Bartsch am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Die Entscheidung, Deutschland weiter zur Kriegspartei zu machen, hat in der Bevölkerung keine Mehrheit.“
Bartsch sieht den Auftakt „in eine mögliche Rutschbahn Richtung Katastrophe“
Leopard-Panzer seien der Auftakt „in eine mögliche Rutschbahn Richtung Katastrophe“, sagte der Linken-Fraktionschef weiter. Bartsch befürchtet, den Rufen nach Kampfpanzern würden Rufe nach Kampfflugzeugen und mehr folgen.
Nach langem Zögern liefert Deutschland Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine. Auch wird anderen Ländern gestattet, solche Panzer an Kiew abzugeben, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet. Zuvor hatten Spiegel und ntv darüber berichtet.
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Die Ukraine bittet seit Monaten um Kampfpanzer westlicher Bauart für den Kampf gegen die russischen Angreifer. Die erste offizielle Anfrage erfolgte schon eine Woche nach Kriegsbeginn Anfang März vergangenen Jahres.
Die Frontlinie in der Ostukraine hat sich seit Wochen kaum noch bewegt. Mit den Kampfpanzern hofft die Ukraine, wieder in die Offensive zu kommen und weiteres Gelände zurückzuerobern. Gleichzeitig wird für das Frühjahr eine Offensive Russlands befürchtet.

