Im Krimi um die Anschläge auf die Nord-Stream-Gaspipelines vom 26. September 2022 geht die Puzzlearbeit der Ermittler weiter – und immer neue Details über die möglichen Saboteure werden bekannt. Laut Recherchen des Magazins Spiegel handelt es sich bei der Jacht, die die Gruppe benutzte, um die „Andromeda“. Das Schiff vom Typ Bavaria Cruiser 50 hat eine Länge von rund 15 Metern.
Jacht hat ausklappbare Plattform
Den Angaben zufolge ist sie mit einem 75 PS starken Motor ausgestattet und kann 380 Liter Diesel bunkern. Vor allem aber hat sie ein großes Cockpit und eine ausklappbare Badeplattform am Heck – ideal für Taucher, die von dort aus mit Flaschen und womöglich Sprengsätzen ins Wasser und zurück an Bord gelangen könnten.
Die sechs Verdächtigen sollen das Schiff offenbar mithilfe von gefälschten Papieren über eine Charterfirma auf Rügen gemietet haben. Zwei der Personen sollen angeblich Ukrainer sein. Eine Verbindung zu staatlichen Stellen in der Ukraine ließ sich bisher aber nicht herstellen.
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"German Spiegel showed the yacht believed to be connected to the explosions on the Nord Streams. The vessel on which the saboteurs are believed to have transported their explosive devices is the sailing yacht "Andromeda."" #NordStream #Ukraine️ #Russia https://t.co/ntmmGJaDxD pic.twitter.com/s4wzkomblN
— Ivan Katchanovski (@I_Katchanovski) March 9, 2023
Spuren führen nach Wiek auf Rügen
Bei der Rekonstruktion des Kurses der „Andromeda“ ermittelten Fahnder des Bundeskriminalamts nach Spiegel-Informationen auch am Jachthafen von Wiek im Norden der Insel Rügen. Einer der Betreiber des Jachthafens in Wiek auf der Ostsee-Insel Rügen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, Ermittler des BKA hätten seine Kollegen zu Schiffsankünften im September befragt. Dort soll das Schiff angelegt haben, nachdem es am 6. September von Rostock-Warnemünde aus losgefahren war, um in etwa 80 Meter Tiefe die Erdgaspipelines zu sprengen.
Später sollen Ermittler das Boot an der dänischen Insel Christiansø nordöstlich von Bornholm lokalisiert haben, von wo es nicht mehr weit ist bis zu den Orten der Sprengungen. Auf ihrem Weg machten die Verdächtigen offenbar halt in Wiek auf Rügen.


