Der Deutsche Hausärzteverband übt Kritik an der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. „Viel zu testen ist an sich vernünftig, die Testpflicht ist aber Aktionismus, von dem ich wenig halte“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der „Welt“. Die Risikogebiete seien „viel zu pauschal“ eingeteilt worden und viele Hausärzte nicht für einen riesigen „Ansturm von Testwilligen“ ausgestattet.
Weigeldt bezeichnete es zudem als „absurd“, dass Reiserückkehrer dem Arzt glaubhaft machen müssten, tatsächlich im Ausland gewesen zu sein - etwa durch einen Boarding-Pass oder eine Hotelrechnung. „Wir sind Ärzte und nicht die Außenstelle des Bundesgesundheitsministeriums. Wie soll ich denn auch überhaupt eine Hotelrechnung überprüfen? Wer da wann genau wo gewesen ist?“, sagte Weigeldt. „Das ist doch wahnwitzig.“
Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, muss sich seit diesem Samstag bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Alternativ kann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, das nicht mehr als zwei Tage alt ist. Als Risikogebiete eingestuft sind die meisten Staaten der Erde, auch die USA oder Brasilien.

Aus der CDU gibt es Kritik daran, dass die Pflichttests für die Reisenden kostenlos sind. Der designierte Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß sagte dem „Spiegel“, es sei nicht akzeptabel, dass alle Deutschen die Kosten gleichermaßen tragen müssen. „Wer einen Test benötigt, sollte auch für ihn bezahlen.“
