Seit Monaten heißt das Mantra der Bundesregierung: Eine Impfpflicht wird es nicht geben. Zuletzt betonte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), eine derartige Regelung greife zu stark in die Grundrechte ein. "Einen solchen Schritt will hier niemand gehen", sagte Lambrecht. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beteuert: "Ich gebe ihnen mein Wort: Es wird in dieser Pandemie keine Impfpflicht geben."
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Nun steht das Unwort Impfpflicht aber doch im Raum. Als erste Airline hat die australische Fluglinie Qantas angekündigt, künftig nur noch Corona-geimpfte Passagiere an Bord ihrer internationalen Flüge zu lassen, sobald der Impfstoff zur Verfügung steht. Mehr noch: Qantas-Chef Alan Joyce ist sich sicher: Andere Airlines werden nachziehen. Weltweit planten Regierungen und Fluggesellschaften die Einführung elektronischer Impfpässe, so Joyce.
"Travel Pass" gibt Auskunft über Coronatests und Impfungen
Offenbar ist dies nicht allein die Ansicht eines Unternehmenschefs, tatsächlich sind alle internationalen Airlines in entsprechende Planungen eingebunden. Diese sind in der Internationale Luftverkehrs-Vereinigung Iata organisiert. Iata-Chef Alexandre de Juniac hat am Montag bestätigt, dass die Vorbereitung zum sogenannten "Travel Pass" weitestgehend abgeschlossen sind. Der digitale Gesundheitspass soll internationale Reisen ohne Quarantäne ermöglichen. Laut Iata soll der "Travel Pass" über eine Smartphone-Anwendung aktuelle Coronatest-Ergebnisse und künftige Impfungen verwalten.
Qantas-Chef Joyce geht mit seiner Ankündigung einen Schritt weiter: Ohne einen Impf-Nachweis wären internationale Reisen mit der australischen Fluglinie demnach gar nicht mehr möglich. Würden andere Fluglinien wie Lufthansa und British Airways nachziehen, hätten Impf-Skeptiker kaum noch die Möglichkeit, Urlaubsreisen in ihren Traum-Destinationen anzutreten.
