Nein, mit Klimaschutz hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) offenbar nicht wirklich viel am Hut. Besonders deutlich wurde das, nachdem sein Sofortprogramm zum Ausgleich der 2021 im Verkehrssektor verfehlten Klimaziele, beim Expertenrat als ungenügend und „schon im Ansatz ohne hinreichenden Anspruch“ durchfiel.
Nun fällt dem Verkehrsminister eine unbedachte Äußerung auf die Füße. In seinem Werben für Technologieoffenheit gegenüber E-Fuels, sagte er: „Wir können unser Land nur mit konkreten Vorschlägen voranbringen, nicht mit Klima-Blabla.“ Deutschlands bekannteste Klima-Aktivistin Luisa Neubauer quittierte das mit einem ganzen Katalog.
Luisa Neubauer gibt Volker Wissing Klima-Nachhilfe
Auf Twitter schrieb die 26-Jährige: „Man kann Ihr Niveau der Klimadebatte niemandem mehr erklären, aber gut, Sie wollen Vorschläge, daran soll's nicht scheitern.“ Daraufhin zählte sie mit einem Tempolimit, einem Autobahnmoratorium, dem Abbau von PKW-Subventionen, einer Abgabe für Inlandsflug-Tickets, Bahnrabatten und Netzausbau, sowie einem Verbrenner-Aus gleicht sechs konkrete Vorschläge auf.
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Lieber Herr @Wissing, man kann Ihr Niveau der Klimadebatte niemandem mehr erklären, aber gut, Sie wollen Vorschläge, daran soll's nicht scheitern:
— Luisa Neubauer (@Luisamneubauer) March 12, 2023
- Tempolimit
- Autobahnmoratorium
- Abbau d. PKW-Subventionen
- Abgabe für Inlandsflug-Tickets
- Bahnrabatte & Ausbau
- Verbrenneraus pic.twitter.com/EqouMjU2nr
Auch die Letzte Generation macht konkrete Vorschläge
Tatsächlich mangelt es den verschiedenen Playern der Klima-Bewegung nicht an konkreten Vorschlägen. Auch die „Letzte Generation“, die mit spektakulären Aktionen des zivilen Ungehorsams eine nicht unumstrittene Protestform wählt, setzt bei ihren Zielen auf konkrete und niedrigschwellige Maßnahmen. So ist ein Tempolimit auf Autobahnen eines der zentralen, ersten Ziele der Aktivisten. Gehört wurden sie bislang jedoch nicht. Volker Wissing hatte sich bereits mehrfach gegen diese Maßnahme ausgesprochen, unter anderem, weil er monierte, dass dafür Schilder aufgestellt werden müssten.
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Luisa Neubauer beließ es übrigens nicht bei den ersten sechs Forderungen. Am Montagmorgen legte sie acht weitere Forderungen – darunter eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, eine Reform der Pendlerpauschale, die Abschaffung des Dieselprivilegs und ein radikaler Ausbau des Radverkehrsnetzes – nach. Volker Wissing reagierte zumindest öffentlich auf diese Vorschläge noch nicht.
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